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Stark vom Bundesland abhängig Ein Drittel sind Kaiserschnitt-Geburten

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Im Kreißsaal der Frauenklinik in Erlangen (Bayern) kommt ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt.

(Foto: dpa)

Die Zahl derjenigen, die sich für eine Entbindung per Kaiserschnitt entscheiden, ist weiterhin unverhältnismäßig hoch. Die Entscheidung fällen Geburtshelfer und Eltern gemeinsam. Die Gründe sind vielfältig - wie Sicherheit, ärztliche Ausstattung und Timing.

Im Bundesdurchschnitt bringt fast jede dritte Frau ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt, aber es gibt starke regionale Unterschiede. In den ostdeutschen Ländern ist die Kaiserschnittquote deutlich niedriger als in den westlichen Ländern. Spitzenreiter ist das Saarland, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

In der Summe blieb der Anteil der Frauen, die 2013 in Deutschland im Krankenhaus per Kaiserschnitt entbunden wurden, nahezu unverändert: 31,8 Prozent der insgesamt 661.138 Klinik-Gebärenden des vergangenen Jahres brachten ihre Kinder so auf die Welt.

In den einzelnen Bundesländern aber variiert die Kaiserschnittquote stark. Am höchsten war sie im Saarland mit 38,1 Prozent. Die wenigsten Kaiserschnittentbindungen gab es mit 23,8 Prozent in Sachsen.

Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hängt die Entscheidung für einen Kaiserschnitt vor allem von den Geburtshelfern ab - und die entscheiden oft sehr unterschiedlich. Dies sei der zentrale Grund für die regionalen Abweichungen. "Die Abwägung zwischen einer natürlichen, vaginalen Geburt und einem Kaiserschnitt bei beispielsweise einer Steißlage oder einer vorangegangenen Kaiserschnittgeburt führt heute häufiger zu einem Kaiserschnitt." Die Risikobewertung von Eltern und Ärzten habe sich geändert - heute stehe die Sicherheit und Gesundheit von Mutter und Kind in jeder Situation im Vordergrund.

Auch Ausstattung entscheidet

Allerdings hat nach Ansicht der Gesellschaft auch die Ausstattung der Klinik einen Einfluss. "Die fehlende Verfügbarkeit einer vollständig besetzten, notfallbereiten Geburtsmedizin nachts und am Wochenende kann möglicherweise eine Entscheidung zur Sectio bedingen."

Laut Statistik bieten immer weniger Kliniken überhaupt Geburten an. Nur noch 37 Prozent der 1996 Krankenhäuser in Deutschland führen Entbindungen durch, im Vorjahr waren es 37,7 Prozent. Dabei steigt die Zahl der Geburten: 674 245 Kinder kamen 2013 im Krankenhaus zur Welt, 1,3 Prozent mehr als 2012. 0,3 Prozent der Kinder wurden tot geboren.

Auch das Timing zählt

Nach Meinung der DAK, beziehen werdende Mütter oft Faktoren wie Angst vor Schmerzen oder die Auswirkungen auf den Beckenboden in die Entscheidungsfindung für oder gegen eine natürliche Entbindung ein. Auch die Planbarkeit der Geburt sei für viele attraktiv. Es gebe in Deutschland wie in vielen anderen Ländern auch ein gesellschaftliches Werteproblem: Der Wunsch mancher werdenden Eltern nach dem "perfekten Timing" und dem "perfekten Kind" dürfe nicht unterschätzt werden. Als Vorbild stünden oft Prominente.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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