Opfer des Air-France-AbsturzesEin Passagier bleibt namenlos
Mehr als zwei Jahre nach dem Absturz von Flug AF 447 haben die meisten Angehörigen Gewissheit. Die meisten Leichen können identifiziert werden. Lediglich in einem Fall können die Gerichtsmediziner keine eindeutige Aussage machen.
Fast alle der über hundert Leichen, die knapp zwei Jahre nach dem Absturz einer Air-France-Maschine im Frühjahr aus dem Atlantik geborgen worden waren, konnten noch identifiziert werden. Lediglich einer der getöteten Flugzeuginsassen sei nicht zu identifizieren gewesen, sagte der Vorsitzende der französischen Vereinigung der Angehörigen, Robert Soulas, in Paris. Insgesamt hatte ein Roboter im Frühjahr 104 Leichen aus dem Wrack des Airbus in fast 4000 Metern Tiefe geborgen.
Alle 228 Insassen des Fluges 447 waren am 1. Juni 2009 ums Leben gekommen, als die Maschine auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris im Atlantik abstürzte. Unter den Opfern waren auch 28 Deutsche. 50 Leichen waren bereits direkt nach dem Unglück aus dem Wasser geborgen worden. 103 Tote hatte ein Bergungsschiff im Frühjahr an die Oberfläche geholt, das mit Hilfe eines Tauchroboters auch den Flugschreiber barg. Die besonders entstellten Toten blieben auf dem Grunde des Atlantiks. Soulas kündigte an, dass die Hinterbliebenen keine weiteren Kommentare zur Identifizierung der Opfer abgeben wollten.
Die französische Flugaufsichtsbehörde hatte in ihrem dritten Untersuchungsbericht Ende Juli eine Reihe von Pilotenfehlern für den Absturz verantwortlich gemacht. Die Mannschaft im Cockpit reagierte offenbar nicht richtig auf Probleme mit der Geschwindigkeitsmessung. Die Angehörigen kritisierten den Bericht scharf, der sich einseitig auf die toten Piloten konzentriere und Softwarefehler außer Acht lasse.