Panorama

Madeleines GeburtstagEltern flehen um Hilfe

12.05.2007, 13:35 Uhr

Keine Geburtstagstorte, keine spielenden Kinder - es ist ein trauriger Geburtstag. Madeleine McCann ist vier Jahre alt geworden, doch niemand weiß, ob das britische Mädchen noch lebt.

Am vierten Geburtstag des entführten britischen Mädchens Madeleine haben die Eltern erneut um Hilfe bei der Suche nach ihrem Kind gefleht. "Heute ist Madeleines Geburtstag -bitte suchen Sie weiter nach ihr, bitte beten Sie weiter, bitte helfen Sie, sie nach Hause zu bringen", ließen Gerry und Kate McCann am Samstag in Portugal in einem Statement verlesen. Unterdessen stieg die Belohnung, die sowohl verschiedene Geschäftsmänner als auch Zeitungen auf Hinweise ausgesetzt haben, auf insgesamt 3,7 Millionen Euro.

Madeleine war vor neun Tagen aus ihrem Bett in einer Ferienanlage in Praia Da Luz an der portugiesischen Algarve-Küste entführt worden, während die Eltern in einem nahe gelegenen Restaurant zu Abend aßen. In der Wohnung schliefen auch Madeleines Geschwister, ein zweijähriges Zwillingspaar.

Nach einem Pressebericht in Portugal rechnet die Polizei mit einer raschen Aufklärung. Die Ermittler gingen davon aus, das Mädchen schon bald lebend zu finden, schrieb die Zeitung "Correio da Manh" am Samstag unter Berufung auf Polizeikreise. Um das Leben des Kindes nicht in Gefahr zu bringen, habe es bislang keine Festnahmen gegeben. Andere Medien berichteten jedoch, es gebe noch keine Spur. In den vergangenen Tagen seien neun Briten intensiv verhört worden, berichtete die Zeitung. Die meisten von ihnen seien in derselben Ferienanlage an der Algarve gewesen. Einige von ihnen hätten sich bei ihren Aussagen in Widersprüche verwickelt.

Spekuliert wird immer noch über die Rolle von drei Unbekannten, die nach der Entführung an einer Tankstelle per Videoüberwachung in einem Auto mit britischem Kennzeichen aufgenommen wurden. Die Fahnder glauben, dass die Entführung bereits in Großbritannien geplant wurde. Eine andere Zeitung schrieb, die Täter könnten aus dem Umkreis der Eltern des Mädchens stammen.

In Portugal wollen sich in den kommenden Stunden bis zu 600 Motorradfahrer rüsten, um sich quer durch das Land auf die Suche nach dem Mädchen zu machen. Der Pfarrer der Gemeinde Praia Da Luz rief am Samstag zu Gebeten auf. In Madeleines Heimatort Rothley im mittelenglischen Leicestershire ließen Bewohner rosa Luftballons mit Botschaften aufsteigen, Postkarten und gelbe Bänder sollen Hoffnung vermitteln. Eine Geburtstagsfeier wurde nach Bitten der Eltern und Angehörigen abgesagt. Auch der britische Schatzkanzler und wahrscheinliche künftige Premierminister des Landes, Gordon Brown, äußerte sich: "Alle Eltern, die ich kenne, werden an Madeleine denken."

Die Suche im Umkreis des Tatorts war am Freitag eingestellt worden. Es wird unter anderem vermutet, dass die Kidnapper mit Madeleine über die Grenze geflohen sind. Ermittelt wird auch in Richtung eines Pädophilen- oder Menschenhändlerrings. Nach Angaben der "Times" mussten die Eltern, ein Ärzteehepaar, bisher hunderte Fotos von bekannten Pädophilen nach Hinweisen auswerten.