Panorama

Havarie der "Costa Concordia"Ermittler untersuchen Video

11.02.2012, 14:54 Uhr

Die Bergung des verunglückten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" ist noch immer nicht abgeschlossen. Inzwischen ist jedoch ein Amateurvideo aufgetaucht. Die Aufnahme entstand eine halbe Stunde nach dem Auflaufen des Schiffes auf einen Felsen und könnte den Ermittlern neue Erkenntnisse über das Unglück liefern.

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Kapitän Francesco Schettino ist ebenfalls zu sehen in dem Film. (Foto: dpa)

Knapp einen Monat nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" vor der italienischen Küste ist ein Amateurvideo vom Abend des Unglücks aufgetaucht. In dem neunminütigen Film, der vom Magazin TG5 im italienischen Privatsender Canale 5 ausgestrahlt wurde, ist die Schiffsbrücke zu sehen, auf der sich Kapitän Francesco Schettino und seine Stellvertreter befinden. Das Video zeigt Schettino und ein Dutzend weitere Besatzungsmitglieder, die auf Bildschirme blicken oder telefonieren.

Die Atmosphäre ist zunächst noch relativ ruhig, doch wächst die Nervosität zusehends. Zu hören sind unter anderem Sätze wie "Es gibt praktisch einen Riss, und Wasser dringt ein". Später ist zu hören, wie jemand erklärt, dass die Passagiere eigenmächtig in Rettungsboote steigen. Schettino antwortet darauf: "Das ist okay, in Ordnung." Wer das Video aufnahm, ist unklar.

Suche nach Opfern geht weiter

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft von Grosseto will die Aufnahme nun weiter analysieren. Alle zu dem Zeitpunkt auf der Brücke befindlichen Menschen seien bereits befragt worden, allerdings habe niemand die Existenz des Videos erwähnt, sagte Staatanwalt Francesco Verusio der Nachrichtenagentur Ansa. Bei der Havarie des Luxusliners am 13. Januar kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben. Insgesamt befanden sich mehr als 4200 Menschen an Bord.

Die Suche rund um das gekenterte Schiff geht inzwischen weiter. Taucher der Feuerwehr haben am Donnerstag fünf weitere Objekte unter Wasser kontrolliert, die zuvor markiert worden waren. Nach den Angaben des Krisenstabes fanden sie aber nichts von dem havarierten Schiff, also auch keine Opfer. Sechs Objekte müssten noch untersucht werden. Fachleute beobachten weiterhin auch die millimeterweisen Bewegungen des Wracks und prüfen, ob umweltschädliche Stoffe ins Meer gelangen.

Quelle: AFP/dpa