Panorama

Streit um Schloss Marienburg Ernst August begrüßt geplatzten Deal

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Das Schloss Marienburg zieht jährlich rund 200.000 Besucher an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um die Zukunft der Marienburg entbrennt eine Familienfehde bei den Welfen. Ernst August senior will das neugotische Schloss zurück. Sein Sohn möchte es für einen Euro an das Land Niedersachsen verkaufen. Doch nun ist der Deal vom Tisch - ganz zur Freude des Familienoberhauptes.

Der mit seinem Sohn zerstrittene Ernst August Prinz von Hannover ist froh, dass ein Verkauf von Schloss Marienburg für einen Euro vom Tisch ist. Durch den "Doch-Nicht-Verkauf" könne möglicherweise eine gerichtliche Auseinandersetzung vermieden werden, ließ das Oberhaupt der Welfen, der Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaco, mitteilen. Allerdings halte er an seinen Rückübertragungsansprüchen fest.

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Ernst August senior will künftig in alle Gespräche miteinbezogen werden, "um ein neuerliches Debakel zu verhindern".

(Foto: picture alliance/dpa)

Ernst August junior hatte mit Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler den Verkauf des Welfen-Stammsitzes an die öffentliche Hand ausgehandelt. Nach dem Einspruch von Ernst August senior legte das Land den Deal auf Eis. Jetzt visiert der Junior die Gründung einer Stiftung an, um das marode Schloss und sein Inventar dauerhaft zu erhalten. Dafür will er neben dem Schloss Kunstobjekte im Wert von sechs Millionen Euro einbringen. Die Sanierungskosten von 27,2 Millionen Euro wollen sich Bund und Land teilen. Das als "Neuschwanstein des Nordens" vermarktete Bauwerk zieht jährlich etwa 200.000 Besucher an.

Ernst August senior will nach eigener Aussage auch künftig Lösungsvorschläge für die Marienburg daran messen, ob sie "eine Zerstückelung und den Ausverkauf der familiären Kulturgüter befürchten" lassen. Er gehe davon aus, dass sowohl sein Sohn als auch die Landesregierung ihn bei allen künftigen Gesprächen rechtzeitig und vollumfänglich miteinbeziehen, "um ein neuerliches Debakel zu verhindern".

"Mein Vater hat kein Wort mehr mitzureden"

Das hält Ernst August junior jedoch nicht für notwendig. Die Rechtslage sei klar, sein Vater habe kein Wort mehr mitzureden über die Zukunft dieses Kulturdenkmals, erklärte er. Eine Beteiligung seines Vaters an den Gesprächen mit der Landesregierung sei nicht erforderlich.

Thümler präsentierte am Montag im Landtags-Ausschuss für Wissenschaft und Kultur die neue Lösung. Dabei stellte der CDU-Politiker klar, dass Ernst August senior einem vom Land in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten zufolge keinen Anspruch auf eine Rückübertragung des Schlosses habe. Allerdings könne Ernst August junior mit Blick auf seine eigenen Kinder das Schloss nicht unentgeltlich und auch nicht für einen Euro veräußern. Das gehe aus den Erbverträgen hervor. Details wollte der Minister nicht nennen.

Die Welfen gelten als eines der ältesten Adelsgeschlechter Europas. Zwischen 1714 und 1837 waren die Herrscher von Hannover gleichzeitig Könige von Großbritannien und Irland.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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