Panorama

"Geschenk" zum Unabhängigkeitstag Erste Bohrung erreicht Bergleute

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Chile feiert sich (Lichtprojektion am Regierungspalast in Santiago).

AP

Freude bei Verschütteten, ihren Angehörigen und der Bergungsmannschaft: In der chilenischen Atacama-Wüste stößt der erste Bohrer bis zu den in 700 Meter Tiefe eingeschlossenen Bergarbeitern vor. Die Röhre muss nun noch erweitert werden, das kann dauern. Erst einmal aber gibt es ein Festmahl zum Nationalfeiertag.

Rechtzeitig zu den Feiern des 200. Jahrestages der Unabhängigkeit Chiles am Samstag hat die erste Rettungsbohrung die in einer Mine eingeschlossen Bergleute erreicht. Eine erste Vorbohrung sei am Freitag bis in einen Werkstattraum in 630 Meter Tiefe vorgedrungen, berichtete Radio Cooperativa von der Mine San José in der Atacama-Wüste. Die Bergarbeiter, die seit mehr als einem Monat in einem Stollen in 700 Meter Tiefe verschüttet sind, haben zu der Werkstatt Zugang.

Das Bohrgerät vom Typ Schramm T-130 war schneller als erhofft vorangekommen. Stündlich stieß es 18 Meter weiter in die Tiefe vor. Nun muss die Röhre in einem zweiten Arbeitsschritt von 30 auf etwa 70 Zentimeter erweitert werden. Dies kann aber noch einige Wochen dauern.

Empanadas und Asado

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Freude bei den Angehörigen im Camp "Esperanza" über die Ankunft kanadischer Präzisionsbohrer.

(Foto: AP)

Die seit dem 5. August verschütteten Bergleute müssen eventuell zunächst Geröll beseitigen, das aus dem Bohrloch in den Raum gefallen ist. Danach können sie sich auf ein Jahrestags-Festmahl freuen: Auf dem Speiseplan steht das traditionelle chilenische Essen zum Nationalfeiertag: Empanadas, Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen, sowie das als Asado bekannte Fleisch vom Holzkohlegrill.

Am Samstag und Sonntag wollten die Bergleute ihr Verlies in der Tiefe sogar mit Girlanden schmücken, eine Flagge hissen und die Nationalhymne singen. Nur der normalerweise dazugehörende Rotwein wird den Eingeschlossenen vorenthalten - es gilt Alkoholverbot.

Dritte Bohrung wird vorbereitet

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Die dritte Bohrung wird vorbereitet.

(Foto: dpa)

Wesentlich sichtbarer als der Bohrerfolg in der Tiefe war für die Angehörigen, die seit Wochen bei der Mine im harschen Wüstenklima campieren, der Aufbau eines 45 Meter hohen Gitterturmes für eine dritte Bohrung. Dieses Gerät, das normalerweise für die Suche nach Erdöl und Erdgas eingesetzt wird, werde eventuell Anfang kommender Woche in Betrieb gehen, sagte Bergbauminister Laurence Golborne.

Der Bohrer vom Typ Strata 950, mit dem die Bohrarbeiten begonnen worden waren, musste unterdessen in etwas mehr als 300 Meter Tiefe für Reparaturen gestoppt werden.

Kumpel in guter Verfassung

Nach Angaben des psychologischen Betreuers Alberto Iturra sind die 33 Kumpel in guter körperlicher Verfassung. Sie machten regelmäßig unter Anleitung ihre Gymnastik und hätten inzwischen auch wieder ihr normales Gewicht, sagte Iturra. Die Geburt der kleinen "Esperanza" am Dienstag habe zusätzlich für Auftrieb gesorgt. Vater Ariel Ticona konnte die Geburt seiner Tochter einen Tag später über Video sehen. "Das war ein bewegender Moment", berichtete Psychologe Iturra, "alle seine Kumpel freuten sich mit dem frischgebackenen Vater."

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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