Panorama

Weißer Weihnachts-Traum "Es bahnt sich ein kleiner Wetter-Krimi an"

Zweimal werden wir noch wach - und ob wir dann die Moonboots oder die Gummistiefel überstreifen, kommt darauf an, ich welchem Teil des Landes wir leben. ntv-Meteorologe Björn Alexander hat die Details über die Aussichten auf weiße Weihnacht in diesem Jahr.

ntv.de: Was sagen uns kurz vorm Fest die Wetterkarten für unser Wetter an Weihnachten 2021?

Björn Alexander: Dass es insbesondere in der Mitte und im Norden in puncto Winterwetter ziemlich spannend bleibt, während sich im Süden die mildere Luft halten wird. Gleichzeitig drückt von Norden und Nordosten die Kaltluft dagegen, sodass sich an Weihnachten eine sogenannte Grenzwetterlage über Deutschland einstellen wird.

Mit welchen Aussichten?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Ganz im Norden bestehen gute Chancen, dass sich über Weihnachten ein richtiger Wintertraum mit Schneeauflage und viel Sonne einstellt. Derweil wird sich vom Ems- und Münsterland sowie vom nördlichen Niederrhein bis rüber nach Sachsen und nach Nordbayern die Luftmassengrenze formieren.

Was bedeutet das?

Auf der Nordseite fällt im kalten Bereich Schnee, im Übergangsbereich sind sowohl Schnee als auch Regen sowie Glatteis möglich. Im Süden bleibt es hingegen beim Niederschlag der flüssigen Art. Denn am Oberrhein bringen es die Temperaturen beispielsweise am ersten Weihnachtsfeiertag auf bis zu 11 Grad Celsius.

Wie sieht es denn auf den Bergen im Süden für die Winterfreunde mit Schnee zum Fest aus?

Das Gute ist, dass es in den höheren Lagen von Schwarzwald, Richtung Alpenrand und Bayrischer Wald im ersten Dezemberdrittel ja schon mal ordentlich geschneit hat. Und insofern ist die weiße Weihnacht dort sicher. In den tieferen Lagen im Süden gehen die Chancen auf Winterweiß zur Weihnacht aber gegen null.

Das sieht im Norden anders aus?

Korrekt. Zwar schwappt die mildere Luft an Heiligabend bis rauf nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Doch bereits am ersten Weihnachtsfeiertag arbeitet sich die Kaltluft dann wieder südwärts voran. Es ist also wirklich ein kleiner Wetter-Krimi, der sich anbahnt.

Mit welchen Details an Heiligabend?

Im äußersten Norden und Nordosten sind nasse Flocken oder Schneeregen zu erwarten. Ansonsten fällt aus dichten Wolken und bei einem lebhaften, teilweise auch stürmischen Wind wiederholt Regen oder Nieselregen. Einzig im äußersten Süden ist das Regenrisiko gering und die Sonne hat zumindest ein paar Anteile am Himmel. Das Ganze bei Höchstwerten zwischen 2 Grad in Vorpommern und 10 Grad am Rhein.

Was bringt uns der erste Weihnachtsfeiertag?

Im Norden meldet sich die Frostluft mit Sonnenschein zurück. Weiter südwärts formiert sich derweil der relativ breit angelegte Grenzbereich. Das betrifft im Prinzip die Regionen vom Emsland bis rüber nach Brandenburg und runter bis etwa an die Mainlinie. Insbesondere im angesprochenen Bereich nördliches NRW bis rüber nach Sachsen und Nordbayern ist noch fast alles möglich. Von einer geschlossenen Schneedecke bis zum gefrierenden Regen. Letzterer eher in den südlichen Regionen, Schnee hingegen in Richtung Norden.

Bei welchen Temperaturen?

Im Nordosten bei leichtem Dauerfrost von minus 1 Grad. Wesentlich milder gestaltet sich der erste Feiertag im Süden bei meist 5 bis 11 Grad.

Und am zweiten Feiertag?

Breitet sich die kältere Luft weiter aus, sodass es bereits in der Nacht vor allem von der Mitte nordwärts frostig wird. Über Schnee und unter Aufklarungen starten der Nordosten und der Norden ziemlich eisig in den Tag.

Wie kalt denn?

Gerne mal mit minus 6 bis minus 12 Grad. Und auch tagsüber geht es in etwa vom Elbbereich bis an die Ostsee dauerfrostig weiter. Stellenweise sind kaum mehr als minus 4 bis minus 2 Grad drin.

Was machen die Temperaturen im großen Rest?

Die erreichen meistens zwischen 4 und 8 Grad, wobei es am Oberrhein am mildesten bleibt. Wettertechnisch fällt dementsprechend im Süden Regen im Wechsel mit ein paar Auflockerungen und trockenen Abschnitten. Der Norden bleibt dagegen überwiegend schön, während die versammelte Landesmitte erneut viele Wolken mit Schnee, Schneeregen oder Regen bekommt. Und auch dabei gilt: Sowohl Straßenglätte als auch weiße Überraschungen für den ersten Schneemann der Saison sind gleichermaßen mit im Rennen. Hier sind die einzelnen Wettercomputer sich nach wie vor sehr uneins.

Herrscht denn anschließend mehr Einigkeit bei den Berechnungen?

Eher nicht. Für die Winterfreunde zeigen aktuell das kanadische und das Schweizer Wettermodell zum Beispiel tolle Prognosen. So wäre es demnach zwischen den Jahren verbreitet winterlich und nahezu ganz Deutschland hätte Aussichten auf Schnee. Aber es gibt eben auch andere, deutlich mildere Ansätze.

Liegt die Wahrheit dazwischen?

Das erscheint zumindest aus heutiger Sicht am wahrscheinlichsten. Im Mittel liegen die Trends oft bei Höchstwerten zwischen 0 und 8 Grad. Tendenziell ist dabei der Westen milder als der Osten und das Bergland.

Quelle: ntv.de

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