Panorama

Pascha in Köln gibt auf Europas größtes Bordell ist pleite

Seit fünf Monaten ruht das Geschäft mit dem käuflichen Sex. Auch Europas größtes Bordell Pascha in Köln macht das Prostitutionsverbot zu schaffen - schließlich laufen die Kosten für das zehnstöckige Gebäude weiter. Inzwischen sind alle Rücklagen aufgebraucht: Das Bordell muss schließen.

Das andauernde Prostitutionsverbot hat auch Europas größtes Bordell hart getroffen. Das Pascha in Köln hat laut der Zeitung "Express" bereits am Dienstag beim Amtsgericht einen Insolvenzantrag eingereicht. "Es ist irgendwie unvorstellbar. Wir sind am Ende", zitiert die Zeitung Pascha-Geschäftsführer Armin Lobscheid. Die laufenden Kosten für das zehnstöckige Haus samt seinen 60 Angestellten wie Handwerker, Köche, Friseur, Elektriker, Masseur, Reinigungskräften und Sicherheitsleuten seien zu hoch gewesen.

Lobscheid macht der Politik große Vorwürfe, man sei hingehalten worden. Hätte es eine klare Zusage gegeben, dass es Anfang nächsten Jahres wieder losgehen könne, hätte man die Insolvenz vielleicht mithilfe der Banken abwenden können.

Dass die Prostitution inzwischen in der Anonymität und vorbei am Finanzamt weiterginge, wisse jeder in der Branche. "Sie genießen nun keinen Schutz mehr, sind ihren Zuhältern und auch Freiern hilflos ausgesetzt", sagt Lobscheid. Was der Besitzer, die Timoste Appartmenthotel Schildbach KG, jetzt mit dem Hochhaus machen will, ist laut "Express" noch nicht bekannt.

Das blaue Hochhaus besteht aus mehr als hundert Appartements, in denen Prostituierte arbeiten. Das Gebäude ist schon immer ein Bordell gewesen. Eine Genehmigung zur Nutzung als Hotel oder Flüchtlingsunterkunft sei eher unwahrscheinlich. Dafür müsste das Haus aufwendig umgebaut werden.

Die Branche fordert schon seit längerem eine Wiedereröffnung durch die Bundesländer und warnt vor den Folgen einer weiter anhaltenden Schließung. Prostitution wird auch nach ihrer Darstellung in der Folge hauptsächlich in illegale und unregulierte Bereiche verlagert, wo Frauen weniger geschützt sind. Sexarbeiter demonstrierten jüngst unter anderem schon in Hamburg und Düsseldorf für ihre Interessen.

Quelle: ntv.de, jki