Panorama

25 Euro pro HafttagEx-KZ-Wachmann bekommt Entschädigung

09.04.2014, 15:17 Uhr
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Die Personalakte des ehemaligen Rottenführers Hans Lipschis in Auschwitz-Birkenau. (Foto: dpa)

Der ehemalige KZ-Wächter Hans Lipschis, der am Mord von über 10.000 Menschen beteiligt gewesen sein soll, erhält eine Haftentschädigung. Grund für die Milde ist das Alter des Angeklagten - mit 94 Jahren gilt er als verhandlungsunfähig.

Der frühere KZ-Wachmann Hans Lipschis hat Anspruch auf 5350 Euro Haftentschädigung. Nach Auskunft des Justizministeriums in Stuttgart beträgt seine Entschädigung 25 Euro pro Hafttag. Der 94-Jährige war wegen Beihilfe zum Mord an mehr als 10.000 Menschen im NS-Vernichtungslager Auschwitz angeklagt worden und Anfang Mai 2013 in U-Haft gekommen.

Anfang Dezember wurde er wegen Demenz freigelassen. Ende Februar lehnte das Landgericht Ellwangen die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den gebürtigen Litauer ab, weil sie ihn als verhandlungsunfähig einstuft.

Bei den Ermittlungen gegen den mutmaßlichen NS-Täter ging die Staatsanwaltschaft neue Wege. So wurde Auschwitz mit Hilfe moderner Technik visualisiert. "Viele Wachleute haben behauptet, wir haben nichts gesehen. Für den Fall der Fälle holen wir den Tatort in den Gerichtssaal", sagte Ankläger Dietrich. In der Animation könne man sich wie "in einer Art Computerspiel" frei bewegen.

In Auschwitz wurden mindestens 1,1 Millionen meist jüdische Häftlinge ermordet. In Stuttgart wird aktuell gegen sechs weitere mutmaßliche Wachmänner des Vernichtungslagers ermittelt.

Quelle: ntv.de, sno/dpa