Panorama

Haiangriffe in Scharm el ScheichExperten vermuten Fütterung

07.12.2010, 18:39 Uhr

Wer nach Scharm el Scheich kommt, will baden und tauchen. Doch genau das ist nach den Hai-Attacken verboten. Hai-Experten und Meeresbiologen vermuten, dass möglicherweise illegales Fischen die Tiere in die Nähe des Strandes gelockt hat.

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Rote Flaggen warnen vor dem Baden. (Foto: dpa)

Hinter den Hai-Angriffen auf Touristen an der Küste des ägyptischen Badeortes Scharm el Scheich steht nach Ansicht eines Experten vermutlich eine illegale Fütterung der Tiere. Der Zeitpunkt und der Ort der drei Angriffe innerhalb einer Woche deuteten darauf hin, dass die Haie daran gewöhnt waren, von einer Person gefüttert zu werden, die dann jedoch damit aufgehört habe, sagte Mohammed Salem von der Organisation zur Erhaltung des Süd-Sinai. t, zuvor wurden bereits drei russische Touristen schwer verletzt.

Ein ausländisches Expertenteam kam in Scharm el Scheich zusammen, um in der Sache zu ermitteln und herauszufinden, wer die Haie so nah an die Küste locken konnte. Salem erklärte, eine illegale Fütterung sei "die wahrscheinlichste Erklärung" für die Vorfälle. Nachdem die Haie nicht weiter gefüttert worden seien, hätten sie sich eine andere Beute gesucht. Die Angriffe hätten alle am Nachmittag stattgefunden, was darauf hindeute, dass sie normalerweise zu dieser Tageszeit gefüttert wurden.

Alles deute darauf hin, dass der Angreifer ein Hochsee-Weissflossenhai war. Diese Art finde man sehr selten in der Nähe von Badeorten, erklärte Richard Peirce, Präsident des britischen Shark Trust, laut Mitteilung des ägyptischen Generalkonsulats.

Nach Angaben örtlicher Vertreter dürfen derzeit nur professionelle Taucher ins Wasser. Die Angriffe hatten sich gegen Badende, nicht jedoch gegen Taucher gerichtet. Die deutsche Touristin war am Sonntag vor ihrem Hotel in dem beliebten Touristenort geschwommen, als sich der Hai näherte und den rechten Unterarm sowie einen Schenkel der Frau abriss. Die Touristin konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden. .

Quelle: AFP/dpa