Panorama

Faustgroßes Loch "Explorer" gesunken

Das in der Antarktis mit einem Eisberg kollidierte Kreuzfahrtschiff "Explorer" ist gesunken. Dies gab die chilenische Marine bekannt. Die mehr als 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder hatten sich Stunden zuvor in Rettungsboote geflüchtet und waren von einem norwegischen Schiff aufgenommen worden. Nach offiziellen Angaben sind sie alle unverletzt und befinden sich derzeit auf dem Stützpunkt Eduardo Frei. In Kürze sollen die Geretteten nach Punta Arenas geflogen werden.

An Bord des Kreuzfahrtschiffes waren Touristen aus den Niederlanden, Großbritannien, den USA, Kanada, Australien, Japan und Argentinien. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes befand sich auch eine Deutsche unter den Reisenden. Der kanadischen Reederei Gap Adventures zufolge bekam das Schiff nach der Kollision Schlagseite. Zunächst hatte es noch geheißen, es habe stabilisiert werden können.

Die "Explorer" war nahe der Südlichen Shetlandinseln rund 120 Kilometer nördlich der antarktischen Halbinsel und etwa 1.000 Kilometer südlich von Feuerland unterwegs. Die Urlauber waren am 11. November vom argentinischen Hafen Ushuaia zu der 19 Tage langen Tour aufgebrochen. Ziel war die Drakestraße, die Wasserstraße zwischen der Südspitze Südamerikas und der Nordspitze der antarktischen Halbinsel. Immer mehr Touristen fahren dorthin, um die atemberaubende Eislandschaft zu genießen. Pro Passagier waren für die Tour umgerechnet fast 8.000 Euro fällig.

Die "Explorer" ist ein älteres Kreuzfahrtschiff. Sie wurde 1969 in Finnland gebaut und ist für die Fahrt durch Eis ausgestattet. Sie ist das erste speziell für Expeditionen angefertigte Kreuzfahrtschiff und wurde 1993 generalüberholt.

Quelle: ntv.de