Panorama

Unglück auf RügenFelssturz reißt Familie mit

26.12.2011, 20:43 Uhr

Eltern und Tochter gehen am zweiten Weihnachtstag an der Küste von Deutschlands größter Insel Rügen spazieren, als plötzlich der Fels unter ihren Füßen wegbricht. Vater und Mutter werden verletzt - das Mädchen ist verschollen.

324i4434-jpg1683755418300197158
Auf Rügen kommt es immer wieder zu Abbrüchen der Steilküste (Archivbild). (Foto: dpa)

Ein Felssturz hat ein junges Mädchen auf der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) in die Tiefe gerissen. Die Zehnjährige wurde auch Stunden nach dem Unglück noch vermisst, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben von Helfern war das Kind mit seinen Eltern unterwegs, als plötzlich der Boden unter ihren Füßen wegsackte und in die Brandung stürzte. Die Mutter wurde bei dem Weihnachtsspaziergang schwer verletzt. Der Vater erlitt leichte Verletzungen.

Das Mädchen sei verschwunden, sagte ein Sprecher der Polizei in Neubrandenburg. Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises verletzte sich eine weitere Frau mit einem Kind bei dem Felssturz und wurde in eine Klinik eingeliefert. Auch die Eltern des verschollenen Mädchens kamen ins Krankenhaus. Eine vierköpfige Familie, die sich in der Nähe aufhielt, blieb unverletzt.

Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk und weitere Einsatzkräfte suchten auch mit Hilfe von Hunden und Suchscheinwerfern nach dem Mädchen. Der Landkreis Rügen löste Großalarm aus und richtete eine Einsatzzentrale ein. Bei dem Küstenabschnitt unweit der beiden Leuchttürme von Kap Arkona handele es sich nicht um Kreidefelsen, sondern um eine normale Steilküste, sagte eine Sprecherin des Landkreises.

Unkontrollierbare Abbrüche

Nach Angaben der Hilfsorganisation wurde die dreiköpfige Familie in die Tiefe gerissen. Unklar war zunächst, ob das Kind, dessen Alter die DGzRS abweichend von der Polizei mit elf Jahren angab, verschüttet oder in den Brandungsgürtel der Ostsee gerissen wurde. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten dort Windstärken von bis zu sieben Beaufort (60 Kilometer pro Stunde) geherrscht.

Auf Deutschlands größter Insel Rügen kommt es immer wieder zu unkontrollierbaren Abbrüchen der Steilküf Rügen. Im August dieses Jahres war zum größten derartigen Vorfall seit neun Jahren gekommen; ein 100 Meter langer und 70 Meter hoher Abschnitt eines Felsens stürzte ins Meer. Spaziergänge unter dem Kliff können deshalb gefährlich sein. Die Behörden wollen den 13 Kilometer langen Küstenabschnitt mit Steilküste jedoch nicht sperren.

Quelle: dpa