Panorama

Großbrand an der GrenzeFeuer verwüstet Moorlandschaft

03.06.2011, 16:17 Uhr

Erst brennt es auf niederländischer Seite, dann dreht der Wind, und es brennt auch auf deutschem Gebiet. Nach wenigen Stunden stehen mehrere Hektar eines Naturschutzgebietes in Flammen.

Ein Flächenbrand auf beiden Seiten der deutsch-niederländischen Grenze hat Teile eines Naturschutzgebietes verwüstet. In einem unbewohnten Moorgebiet nahe Gronau wütete das Feuer in Westfalen auf 40 Hektar und in Holland auf 60 Hektar, berichtete die Feuerwehr und korrigierte erste Zahlen nach oben.

Etwa 300 Einsatzkräfte aus beiden Ländern kämpften gegen das Feuer. Am Nachmittag war es laut Polizei weitgehend unter Kontrolle. "Es breitet sich nicht mehr weiter aus", sagte ein Polizeisprecher. Die Feuerwehr rechnete dennoch mindestens mit einem Einsatz bis zum späten Abend und richtete sich auch auf Löscharbeiten am Wochenende ein. Zunächst war von einer deutlich kleineren Ausdehnung die Rede gewesen. Zuverlässige Angaben brachte erst ein Hubschrauberflug.

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Verbrannte Grasbüschel im Hohen Venn. Dort hatte erst im April ein Feuer ein Fünftel des Naturschutzgebietes vernichtet. (Foto: picture alliance / dpa)

"Das ist ruckzuck gegangen", sagte der Sprecher zur schnellen Ausbreitung der Flammen am Morgen. "Zunächst brannte es auf niederländischem Gebiet. Dann hat der Wind gedreht." Betroffen ist die Moorlandschaft Amtsvenn. Von Verletzten war zunächst nichts bekannt. Die Brandursache war laut Feuerwehr völlig offen. Ende April hatte eine Feuerwalze im Hohen Venn an der deutsch-belgischen Grenze nahe Eupen 1000 Hektar Gras- und Heidelandschaft verwüstet.

Die Feuerwehr Gronau sagte, am Abend müssten auf jeden Fall noch Glutnester beseitigt werden. "Wenn das Moor unterirdisch zu brennen beginnt, haben wir ein großes Problem", sagte der Einsatzleiter auf deutscher Seite. "Das letzte große Feuer ist 21 Jahre her. Damals hat es eine Woche lang gebrannt." Die Einsatzkräfte zogen sich am Mittag zunächst vom Brandherd zurück, damit ein niederländischer Hubschrauber Wasser abwerfen konnte. "Er hat einen 9000-Liter-Tank, den er in einem nahen See immer wieder auffüllen kann", sagte der Einsatzleiter.

Das bedrohte Hündfelder Moor ist 184 Hektar groß und Rückzugsort für viele seltene Pflanzen und Tiere. Unter anderem leben dort der Moorfrosch, die Waldeidechse, der Neuntöter und die Feldlerche.

Quelle: dpa