Panorama
Buddhistische Mönche bauen einen Schutzwall.
Buddhistische Mönche bauen einen Schutzwall.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 12. Oktober 2011

Bangkok wappnet sich : Flut in Thailand fordert 281 Opfer

Weite Teile von Thailand stehen nach sintflutartigen Regenfällen unter Wasser. 281 Menschen kommen bislang ums Leben. Der wirtschaftliche Schaden ist immens, immer mehr Fabriken müssen ihre Produktion stoppen. In der Hauptstadt Bangkok bereiten sich die Menschen mit Hamsterkäufen auf die drohende Überschwemmung vor.

In Thailand nehmen die schweren Unwetter immer bedrohlichere Ausmaße an. Die Regierung hat bereits ein Drittel des Landes zum Katastrophengebiet erklärt. Die Zahl der Toten nimmt zu, 281 Menschen kamen laut offiziellen Angaben bislang ums Leben.

Helfer evakuieren Einwohner aus den betroffenen Gebieten.
Helfer evakuieren Einwohner aus den betroffenen Gebieten.(Foto: REUTERS)

Auch die Hauptstadt ist in Gefahr: Nach starken Monsun-Regenfällen steigt der Chayo-Praya-Fluss, der auch durch Bangkok fließt, weiter an. Die Einwohner bunkern Sandsäcke und Lebensmittel-Vorräte. In vielen Läden gibt es wegen Hamsterkäufen bereits Engpässe.

In Bangkok werden die Fluten am Wochenende erwartet. Das Zentrum der Hauptstadt werde wegen des Hochwasserschutzes aber voraussichtlich nicht betroffen sein, sagte Thailands Präsidentin Yingluck Shinawatra. Entlang des Chao-Praya-Flusses wurde unter anderem ein 77 Kilometer langer Wall aus Sandsäcken gebaut, außerdem gibt es im Stadtkern zahlreiche Kanäle.

Produktion stockt

Arbeiter bereiten ihre Fabrik auf die Fluten vor.
Arbeiter bereiten ihre Fabrik auf die Fluten vor.(Foto: REUTERS)

Die Industrie des Landes leidet unter den Unwettern: Mehr als 900 Fabriken seien überschwemmt, schätzte Handelsminister Wannarat Channukul. Dadurch seien mehr als 200.000 Menschen kurzfristig ohne Arbeit. Zuvor hatte das Finanzministerium mitgeteilt, das Wirtschaftswachstum könne dieses Jahr bis zu 0,9 Prozent einbüßen. Die Fluten hätten Schäden von mehr als 1,9 Milliarden Euro angerichtet.

China brachte über eine Luftbrücke Hilfsausrüstung. Eine Maschine mit 120 Booten, 60 Wasserreinigungsanlagen und Wassertanks landete in Bangkok. Vor wenigen Tagen hatte Peking der thailändischen Regierung finanzielle Hilfe von umgerechnet mehr als 733.000 Euro geleistet.

Ayutthaya steht unter Wasser

Die berühmten Tempel in Ayutthaya stehen unter Wasser.
Die berühmten Tempel in Ayutthaya stehen unter Wasser.(Foto: REUTERS)

Das Unwetter zerstörte zahlreiche Städte nördlich von Bangkok. So wurde mittlerweile auch die Stadt Pathum Thani überschwemmt - trotz Hochwasser-Barrieren. Seit dem Wochenende steht das Unesco-Weltkulturerbe in der antiken Stadt Ayutthaya, etwa 90 Kilometer nördlich von Bangkok, unter Wasser. Hunderte Patienten mussten aus den Krankenhäusern der Stadt evakuiert werden. Industriegebiete nahe der alten Hauptstadt des Königreichs Siam sind ebenfalls überflutet. Ayutthaya ist eine wichtige Produktionsstätte für viele ausländische Firmen, vor allem der Automobilindustrie.

Thailand erlebt seit mehr als zwei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Auch in den Nachbarstaaten Kambodscha und Vietnam kämpfen die Menschen gegen die Fluten. Dort starben insgesamt bereits mehr als 200 Menschen.

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Quelle: n-tv.de