Panorama

Überschwemmungen in AustralienFlutwelle erreicht Brisbane

11.01.2011, 07:12 Uhr

In Australien kämpft nun auch die Millionenstadt Brisbane gegen die Wassermassen. Unterdessen sind zahlreiche Kleinstädte im Überschwemmungsgebiet von der Außenwelt abgeschnitten.

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Brisbane kämpft nun auch mit dem Wasser. (Foto: dpa)

Eine erste Flutwelle hat die australische Millionenstadt Brisbane erreicht. Es gab es bereits erste Evakuierungen. Anwohner aus niedriger gelegenen Gebieten brachten sich in Sicherheit. Der Fährverkehr sowie die Zug- und Busverbindungen wurden in Teilen der Stadt einstellt. Die Polizei sperrte Straßen ab. Es wird erwartet, dass sich die Lage in Brisbane in den kommenden beiden Tagen noch verschärfen wird. In Erwartung des Hochwassers waren in der Zwei-Millionen-Stadt Zehntausende Sandsäcke gefüllt worden.

Bisher kosteten die Überschwemmungen im australischen Bundesstaat Queensland bereits mindestens acht Menschen das Leben. Vermisst wurden 72 Menschen, sagte die Regierungschefin von Queensland, Anna Bligh. Einige Ortschaft seien von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Politikerin befürchtet, dass sich die Zahl der Opfer noch dramatisch erhöhen könnte. Ganze Familien würden vermisst, sagte die tiefbetroffene Ministerpräsidentin. Die Polizei rechnet damit, dass im südlichen Queensland die Zahl der Todesopfer auf mehr als 20 steigen könnte, schrieb die Zeitung "The Australian".

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Die Flutwelle rauscht durch Toowoomba. (Foto: REUTERS)

Durch Toowoomba am südlichen Rand des riesigen Überschwemmungsgebietes war am Montag eine Sturzflut gerast. Die Wucht des Wassers zerschmetterte Autos, Brücken und Holzhäuser. Die Wasserwand in Toowoomba war bis zu zwei Meter hoch. In Medien war von einem "Tsunami im Inland" die Rede. In der Nachbarstadt Grantham verbrachten Menschen die Nacht auf den Dächern ihrer Häuser und warteten auf Rettungshubschrauber. In der Region leben etwa 200.000 Menschen.

Die Naturkatastrophe richtete bisher Schäden in Höhe von rund etwa 3,8 Milliarden Euro an. Millionen Tonnen Obst, Getreide und Baumwolle wurden vernichtet, die Infrastruktur wurde teilweise zerstört. Mehr als 20 Städte wurden verwüstet. Dutzende Kohlebergwerke stehen unter Wasser, mit noch unabsehbaren Folgen für den weltweiten Kohlemarkt.

Quelle: dpa