"Verworren behandelt"Franco starb an Ärztefehler
Spaniens früherer Diktator Franco ist nach Darstellung eines Mediziners an den Folgen eines Ärztefehlers gestorben. Der Chirurg sei aus Respekt vor dem Diktator zu behutsam vorgegangen.
Spaniens früherer Diktator Francisco Franco ist nach Darstellung eines Mediziners an den Folgen eines Ärztefehlers gestorben. Eine Magenoperation an dem damals 82-jährigen "Generalsimo" sei fehlerhaft ausgeführt worden, schrieb der Chirurg Juan Abarca in seiner am Montag veröffentlichten Autobiografie. Der Mediziner hatte im Madrider La-Paz-Krankenhaus zum Stab der Ärzte gehört, die Franco behandelten.
Franco war am 20. November 1975 nach einem längeren Todeskampf gestorben. Der Arzt erhob in dem Buch den Vorwurf, dass der Leiter des Chirurgen-Teams zu unschlüssig vorgegangen sei. Franco sei wegen einer Magenblutung zunächst in seiner Residenz im Palast von El Pardo in einem "improvisierten Operationssaal" behandelt worden.
Später sei er im Krankenhaus erneut operiert worden. Dabei seien ihm 30 Prozent des Magens entfernt worden. Es wäre jedoch notwendig gewesen, den Magen vollständig zu entfernen, betonte Abarca. Der Chefchirurg sei aus Respekt vor dem Diktator zu behutsam vorgegangen. "Kein Patient wurde so verworren behandelt wie Franco", meinte der Buchautor.