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Kinderlosenquote steigt Frauen bekommen erstes Kind immer später

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Familienpolitik in Zahlen: Im Schnitt bekommen Frauen in Deutschland immer später ihr erstes Kind.

(Foto: picture alliance / Fredrik von E)

Die Nachwuchsentscheidung fällt zunehmend später im Leben: Immer mehr Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind im vierten Lebensjahrzehnt. Fast die Hälfte der Mütter der im vergangenen Jahr 366.000 Erstgeborenen war älter als 30 Jahre.

Mehr als die Hälfte der Frauen in Deutschland sind bei der Geburt ihres ersten Kindes 30 Jahre oder älter. Im vergangenen Jahr waren 48 Prozent der Frauen zu diesem Zeitpunkt zwischen 30 und 39 Jahre alt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Drei Prozent aller Erstgebärenden waren 40 Jahre oder älter. Selbst über der Schwelle von 50 Jahren verzeichneten die Statistiker noch Geburten. In Deutschland kamen den amtlichen Angaben zufolge im vergangenen Jahr 67 Erstgeborene zur Welt, bei denen die Mutter 50 Jahre oder älter war. Angaben zum Durchschnittsalter der Väter bei der Geburt ihres ersten Kindes liegen nicht vor.

Bezogen auf die Gesamtzahl bleibt der Anteil der ungewöhnlich alten Mütter verschwindend gering. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 790.000 Kinder in Deutschland geboren. In 366.000 Fällen war es für die Mutter das erste Kind. Das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt betrug 30 Jahre und stieg damit leicht an. Im Vergleichsjahr 2017 lag der Bundesdurchschnitt noch bei 29,4 Jahren.

Die Karte zeigt deutlich erkennbare Unterschiede zwischen den Ballungsräumen und Flächenländern. Das höchste Durchschnittsalter ergibt sich im Vergleich der 16 Bundesländer für Hamburg, wo Mütter im Schnitt mit 31 Jahren ihr erstes Kind bekamen.

Mehr kinderlose Frauen

Bundesweit stieg der Anteil der Frauen, die gewollt oder ungewollt kinderlos bleiben, im Zeitraum zwischen 2008 und 2018 leicht an, und zwar im bundesweiten Schnitt von 17 auf 21 Prozent. Allerdings gibt es dabei auch hier größere regionale Unterschiede: In den ostdeutschen Flächenländern blieben die Frauen den Angaben zufolge immer noch deutlich seltener kinderlos als im Westen Deutschlands.

Im Trend zeigt sich hier eine voranschreitende Angleichung zwischen Ost und West. Die sogenannte endgültige Kinderlosenquote hat sich in den ostdeutschen Flächenländern zwischen 2008 und 2018 von durchschnittlich 7 auf 15 Prozent mehr als verdoppelt.

Im Jahr 2018 variierte die Kinderlosenquote im Alter von 45 bis 49 Jahren zwischen 13 Prozent in Thüringen und 31 Prozent in Hamburg. In den Flächenländern im Westen bewegen sich die Quoten mit Werten zwischen 21 Prozent und 22 Prozent vergleichsweise wenig. Lediglich die Länder Rheinland-Pfalz (25 Prozent) und das Saarland (19 Prozent) bilden Ausnahmen. Bei den ostdeutschen Frauen war die Quote mit 16 Prozent in Brandenburg am höchsten.

Großen Einfluss auf die K-Frage hat allem Anschein nach auch der Bildungsgrad: Unter Frauen mit akademischem Bildungsabschluss, also Bachelor, Master, Diplom oder Promotion, fällt der Anteil der kinderlosen Frauen besonders hoch aus. Es gibt jedoch Anzeichen, dass sich die schwierige Balance zwischen Karriere und Kinderwunsch in den vergangenen Jahren in Deutschland etwas leichter erreichen lässt. Die endgültige Kinderlosenquote bei den Akademikerinnen ging zwischen 2008 und 2018 von etwa 28 auf 26 Prozent zurück.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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