Fronleichnam-PanneFünfjährige landet vor geschlossener Schule

Sie taten, was Millionen Eltern täglich tun: Aufstehen, frühstücken, anziehen, ihre Tochter zur Schule bringen, sich verabschieden, weiterfahren. Dumm nur, wenn Feiertag ist. Und die Kleine das einzige Schulkind weit und breit.
Wer Kinder hat, kennt die morgendliche Hektik, die sich einstellt, sobald der Wecker geklingelt hat. Schnell duschen, anziehen, frühstücken, Brote schmieren, den Nachwuchs zum Zähneputzen anhalten und dann unter Zeitdruck bis vors Schultor. Dort angekommen verabschieden, ein schneller Kuss und schnell weiter.
So oder so ähnlich könnte es sich auch an diesem Morgen bei einer französischen Familie, deren Tochter jenseits der Grenze, im baden-württembergischen Kappel-Grafenhausen, eine deutsch-französische Gemeinschaftsschule besucht, abgelaufen sein. Doch für die Erstklässlerin wurde es ein trauriger und vor allem zunächst einsamer Vormittag, schreibt die Polizei.
Ihre Eltern hatten bei der Verabschiedung vor der Schule schlicht übersehen, dass die Lehreinrichtung wegen des Fronleichnam-Feiertags geschlossen blieb. Sie setzten ihre kleine Tochter wie gewohnt vor der Schule ab und brausten mit dem Auto davon.
Das im Schulhof weinende Mädchen wurde schließlich von einer Nachbarin gefunden und zunächst versorgt. Die Polizei konnte schließlich über die Schulleitung einen Betreuer der Schule ausfindig machen, der sich um das Kind kümmerte.