Zeitzeuge mit Charme und HumorGad Granach ist tot
Wenige Wochen vor seinem 96. Geburtstag ist Gad Granach in Jerusalem gestorben. Wegen seines beißenden Humors war Granach ein beliebter Zeitzeuge, außerdem ein ironischer, aber auch kämpferischer Fürsprecher des jüdischen Staates.
Wenige Wochen vor seinem 96. Geburtstag ist Gad Granach in Jerusalem gestorben. Zeitlebens war Granach ein wegen seines Charmes und beißenden Humors beliebter Zeitzeuge, einer, der in jungen Jahren das Berliner Theater und seine Heroen und Heroinnen wie Elisabeth Bergner, Heinrich George, Emil Jannings, Veit Harlan oder Ernst Busch erlebt und kennengelernt hatte. "Wie sein Vater ist auch Gad ein wunderbarer Schauspieler, nur dass er in seinem Wohnzimmer statt auf einer Bühne auftritt," schrieb Henryk M. Broder zu Granachs 90. Geburtstag.
Granach, stets auch ein ironischer wie kämpferischer Fürsprecher des jüdischen Staates, wurde am 29. März 1915 als Gerhard Granach in Rheinsberg geboren worden. Sein Vater Alexander Granach gehörte zu den bedeutendsten Theaterschauspielern der Weimarer Republik. 1936 wanderte Gad Granach ins damalige Palästina aus.
Immer wieder führten ihn seine Reisen auch nach Berlin. Zuletzt im Dezember 2008, als in der Akademie der Künste die Edition der Briefe seines Vaters aus dem Exil an seine Schweizer Gefährtin Lotte Lieven "Du mein Liebes Stück Heimat" (Ölbaum Verlag) vorgestellt wurde.