Panorama

Gina H. in UntersuchungshaftGetöteter Fabian aus Güstrow: Ermittler erheben Mordanklage

09.03.2026, 10:26 Uhr
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Fabians Mutter meldete ihren Sohn am Tattag als vermisst, was eine groß angelegte Suche auslöste. (Foto: dpa)

Rund fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod von Fabian aus Güstrow erheben die Ermittler Anklage: Gina H. soll den Achtjährigen am Tatmorgen aus seinem Haus gelockt und an einem Teich erstochen haben. Der Vorwurf lautet auf heimtückischen Mord – damit droht der Verdächtigen lebenslange Haft.

Im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage wegen Mordes erhoben. Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod des Jungen wurden die Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen und die Tatverdächtige Gina H. angeklagt. Der Vorwurf gegen die Beschuldigte, die seit Anfang November in Untersuchungshaft sitzt, lautet auf heimtückischen Mord sowie Mord aus niedrigen Beweggründen, wie die Ermittler in einer Pressemitteilung erklären. Damit droht H. eine lebenslange Haftstrafe.

Laut Staatsanwaltschaft und Polizei besteht hinreichender Tatverdacht, dass H. Fabian am 10. Oktober erstochen hat. Sie soll am Morgen des Tattages zum Haus von Fabian und seiner Familie gefahren sein und den Jungen unter einem Vorwand in ihr Auto gelockt haben. Dann soll sie mit ihm zu einem Feldstück in der Nähe von Klein Upahl gefahren und von dort zu einem "verdeckt liegenden Teich" gelaufen sein.

Mit "mindestens sechs Messerstichen" in den Oberkörper soll sie den Jungen getötet haben. Um die Spuren der Tat zu beseitigen, soll sie den Leichnam später mittels Brandbeschleuniger angezündet haben. Fabian war zum Tatzeitpunkt arg- und daher wehrlos, was von H. ausgenutzt worden sein soll. Dies begründet das Mordmerkmal Heimtücke.

Tatwaffe nicht gefunden

Die Ermittler werteten rund 1000 Beweise aus und hörten 60 Zeugen, wie Harald Nowack von der Staatsanwaltschaft Rostock im Gespräch mit RTL/ntv berichtete. Vor allem die Zeugen spielten demnach eine wesentliche Rolle für die Anklageerhebung. Die Tatwaffe sei hingegen bisher nicht gefunden worden, sagte Nowack weiter. Die Staatsanwaltschaft gehe jedoch davon aus, dass H. die Tat allein plante und ausführte. Es gebe keine Hinweise darauf, dass weitere Personen beteiligt waren.

Medienberichten zufolge soll es sich bei H. um die Ex-Freundin von Fabians Vater handeln. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dies bisher nicht. Man gehe "von einer Motivlage aus", sagte Nowack. Weitere Angaben wolle er dazu jedoch nicht machen. Grund dafür seien die vielen Spekulationen und Gerüchte rund um den Fall, der "eine Vorverurteilung der Angeschuldigten begründen könnte". Nowack weist darauf hin, dass auch nach der Anklageerhebung die Unschuldsvermutung gilt.

H. war am 6. November unter dringendem Mordverdacht in einem Dorf in der Nähe von Güstrow verhaftet worden und sitzt seit dem 7. November in U-Haft. Ihr Auto wurde sichergestellt. Nach früherer Aussage ihres Anwalts stritt seine Mandantin die Tat als Zeugin ab. Als Beschuldigte äußerte sie sich nicht zur Sache. Eine Haftbeschwerde blieb erfolglos.

Güstrow trauert um Fabian

Fabian verschwand am 10. Oktober 2025. Seine Leiche wurde vier Tage später südlich von Güstrow gefunden. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. In Güstrow selbst wurden Trauergottesdienste mit großer Beteiligung der Bevölkerung abgehalten. Vor und in der Pfarrkirche St. Marien hatten Menschen immer wieder Kerzen entzündet und Plüschtiere und Bilder abgestellt.

Seine Mutter hatte den Grundschüler am Tag des Verschwindens bei der Polizei als vermisst gemeldet. Ihr Sohn sei nicht zur Schule gegangen, weil er sich unwohl gefühlt habe. Als die Mutter nach der Arbeit nach Hause kam, war Fabian weg. Daraufhin startete eine groß angelegte Suche. Schließlich wurde der Leichnam des Kindes am 14. Oktober entdeckt. Er lag rund 15 Kilometer südlich von Güstrow an einem Tümpel bei Klein Upahl. Die Obduktion ergab, dass Fabian Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.

Quelle: ntv.de, spl/dpa