Panorama

Entsetzen in Russland Grabschänder stopft Leichen

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Das Standbild aus einem Polizei-Video zeigt eine Puppe in der Wohnung des Grabschänders.

(Foto: dpa)

Er galt als schrullig und in sich gekehrt. Doch womit sich der Historiker und Heimatforscher hinter verschlossenen Türen jahrelang die Zeit vertrieb, entsetzt ganz Russland. Der 45-Jährige schändete dutzende Gräber und präparierte anschließend die Toten.

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Der gestörte Grabschänder Anatoli M..

(Foto: dpa)

Der Grabschänder, bei dem die russische Polizei 29 Leichen in Frauenkleidern entdeckt hatte, soll die Toten wie Puppen zurechtgemacht und ihnen Musikspieldosen eingepflanzt haben. Die Medien des Landes veröffentlichten weitere grausige Details zu dem bizarren Fall um den 45 Jahre alten Anatoli M. in Nischni Nowgorod an der Wolga. So sollen aus den Leichen etwa Kinderlieder zu hören gewesen sein, wenn sie bewegt wurden, berichteten Medien. Aus dem Körper eines zweijährigen Mädchens, das bei einem Autounfall starb, habe er eine Puppe gemacht, schrieb die Zeitung "Komsomolskaja Prawda".

Der Fall des vor gut einer Woche festgenommenen Geisteswissenschaftlers entsetzt Russland. Der Mann hatte gestanden, gezielt muslimische Gräber geschändet zu haben. In den meisten waren Leichen von Mädchen oder Frauen, die bei Unglücken ums Leben gekommen waren, hieß es. Medien berichteten, dass Anatoli bis zu 200 Gräber zerstört haben soll. Einige der Leichen soll der Mann in seiner Wohnung vor einen Fernseher gesetzt haben, in dem Trickfilme liefen.

Angehörige äußerten sich in russischen Medien erleichtert, dass der Grabschänder nach jahrelanger Suche gefasst worden sei. Frühere Wegbegleiter schilderten Anatoli M. als schrulligen und in sich gekehrten Heimatforscher mit einem Faible für Friedhofskultur. Er soll Geschichte und Philosophie studiert und sich auf die Kultur von Kelten und Germanen spezialisiert haben. Anatoli M. selbst hatte in einem Interview gesagt, dass er in seiner Kindheit gezwungen worden sei, die Leiche einer Elfjährigen bei einer Beerdigung zu küssen.

Quelle: ntv.de, dpa