Zum Auftakt BeethovenGroßes Stars beim SHMF
In diesem Jahr steht die Musiknation Deutschland im Fokus des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Dazu geben sich große Stars ein Stelldichein.
Zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik und zum 20. Jahrestag des Mauerfalls steht die Musiknation Deutschland im Fokus des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF). Man werde nicht "The Best of Germany" aneinanderreihen, vielmehr soll der Akzent auf dem Innovativen und Experimentellen liegen, betonte Intendant Rolf Beck im Vorfeld. Rund 150 Konzerte in 48 Orten zwischen dem südlichen Dänemark und Nordniedersachsen füllen das Programm zwischen dem 12. Juli und dem 31. August. Am Sonntag (12. Juli) gibt Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) in Lübeck den Startschuss zur 24. Auflage des musikalischen Großereignisses. Eine Woche später wird in Kiel der Länderschwerpunkt Deutschland eröffnet, für den Bundespräsident Horst Köhler die Schirmherrschaft übernommen hat.
Anne Sophie Mutter, Lang Lang und Co.
Große Stars geben sich bei diesem ältesten deutschen Flächenfestival ein Stelldichein. Dazu zählen aus deutschen Landen gefeierte Geigenvirtuosen wie Anne Sophie Mutter und Frank Peter Zimmermann, große Pianisten wie Gerhard Oppitz und Christian Zacharias, der Startrompeter Ludwig Güttler, die Klarinettistin Sabine Meyer, Spitzenorchester wie die Berliner und Münchner Philharmoniker, die Sächsische Staatskapelle Dresden. Da Musik keine Grenzen kennt, fehlen auch internationale Stars nicht, etwa der chinesische Tastenzauberer Lang Lang, die argentinische Klavierlegende Martha Argerich, der Dirigent Sir Simon Rattle und das holländische Geigenwunder Janine Jansen.
Neue Konzertformen will das Festival erproben. Ein formales Experiment wird US-Regisseur Robert Wilson bieten. Er inszeniert in Kiel Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion für die Opernbühne. Bekannte Schauspieler und Liedermachen ziehen Verbindungslinien von Musik und Literatur. Die Reihe "anbruch" stellt zeitgenössisches Musikschaffen zur Diskussion. Eigenes Profil erhält das SHMF durch seine Nachwuchsförderung. Aus 1300 Bewerbern wurden hundert junge Musiker für die Orchesterakademie ausgewählt. Alle Kontinente sind vertreten. In 23 Städten Europas wurden Sänger für den Festspielchor ausgesucht. Die dritte Säule der pädagogischen Bemühungen sind ein Dutzend Meisterkurse.
Dank langjähriger Verträge steht die Finanzierung des Festivals zumindest für dieses Jahr. Der Etat beläuft sich auf 9,25 Millionen Euro, sagt Verwaltungsdirektor Burkhard Stein. Das Land gibt 1,7 Millionen Euro. Gut drei Millionen soll der Verkauf von 160 000 Eintrittskarten erbringen. Mehr als 100 Sponsoren unterstützen das Musikfest, das stolz auf die Eigenfinanzierungsquote von rund 80 Prozent ist. Urdeutsch beginnt das 24. SHMF am Sonntag, nämlich mit Beethovens neunter Sinfonie mit Schillers 0de an die Freude. Christoph von Dohnanyi leitet Chor und Orchester des NDR Hamburg. Rundfunk und Fernsehen übertragen live.