Panorama
Donnerstag, 19. Mai 2005

Wer bietet mehr?: Honecker-Yacht unterm Hammer

Die ehemalige DDR-Staatsyacht "Ostseeland", die vor fünf Jahren ein deutsch-türkischer Geschäftsmann gekauft hatte, steht erneut zum Verkauf. Angeboten wird das 61 Meter lange Schiff, das jetzt "Aniara" heißt, zum Preis von 500.000 Euro, wie die türkische Zeitung "Hürriyet" am Donnerstag berichtete.

An Bord der Yacht seien zu Zeiten von DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker kommunistische Führer wie Fidel Castro (Kuba) und Nicolae Ceausescu (Rumänien) empfangen worden. Die Yacht war am 30. Juni 1971 in aller Stille in Dienst gestellt worden war. Honecker, der schnell seekrank wurde, ist mit dem Schiff nur selten in See gestochen. Er empfing seine Staatsgäste lediglich an Bord und ließ sie dann allein ihren Törn unternehmen.

Nach Angaben des derzeitigen Eigentümers Senol Yegin interessieren sich zwei Firmen aus Deutschland und dem Golfemirat Dubai für die Yacht. "Wir verkaufen an den Meistbietenden", zitiert die Zeitung den Vorstandsvorsitzenden der Firmengruppe mit Textilfabriken in der Türkei und in Deutschland.

Die Teltower Schiffs-Charterfirma Blue Marlin hatte fünf Millionen DM in den Umbau der "Ostseeland" investiert und wollte eigentlich die Yacht zu Ausflügen für Geschäftsleute an der türkischen Küste nutzen. Sie habe sich dafür jedoch als ungeeignet erwiesen. Die Yegin-Gruppe hatte das Schiff seinerzeit für 250.000 Dollar erstanden. Das Originalinventar war bei dem Umbau auf der Peenewerft Wolgast nicht verändert worden.

Quelle: n-tv.de