Panorama

Bombenalarm in Berlin-LichtenbergIkea evakuiert Vorzeigefiliale

24.06.2011, 08:01 Uhr
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Sicherheitspläne aktiviert: Ikea muss die Bedrohung sehr ernst nehmen. (Foto: picture alliance / dpa)

Ein herrenloses Handy sorgt in einem Möbelhaus in Berlin kurzzeitig für Verunsicherung: Nach dem Fund des verdächtigen Objekts lässt die Möbelhauskette Ikea ihre größte Deutschland-Filiale sicherheitshalber räumen. Der Vorfall zeigt, wie schwer die mysteriöse Anschlagsserie der vergangenen Wochen den schwedischen Konzern belastet.

Ein Ikea-Kaufhaus in Berlin ist wegen eines herrenlosen Handys geräumt worden. Kurz vor Ladenschluss am Donnerstag mussten Beschäftigte und Kunden das Möbelhaus verlassen, weil ein Sprengstoffanschlag befürchtet wurde. Das Mobiltelefon stellte sich aber nach rund drei Stunden als harmlos heraus, wie die Polizei mitteilte. In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Sprengstoffanschläge auf Kaufhäuser des schwedischen Konzerns in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und in Dresden gegeben.

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Kein Bekennerbrief, keine Drohungen: Die Hintergründe der Anschläge liegen im Dunkeln. (Foto: REUTERS)

Nach der Serie kleiner Explosionen hat der schwedische Konzern die Sicherheitsmaßnahmen in allen europäischen Filialen verschärft. "Wir wollen, dass sich unsere Kunden beim Besuch unserer Einrichtungshäuser sicher fühlen", sagte Konzernsprecherin Ylva Magnusson Ende vergangener Woche. Nach ihren Angaben wurde unter anderem die Zahl der Sicherheitskräfte in den Geschäften erhöht. Zu den weiteren Maßnahmen wollte sich die Sprecherin zunächst nicht äußern.

Motive völlig unklar

Vor zwei Wochen war in der Küchenabteilung der Dresdner Ikea-Filiale ein kleiner Sprengsatz detoniert. Es entstand nur geringer Sachschaden, zwei Kunden erlitten ein Knalltrauma. Ende Mai waren bei Ikea-Filialen in den Niederlanden, in Frankreich und in Belgien kleine Sprengkörper explodiert, ohne jedoch größere Schäden anzurichten.

Die Motive seien weiter unklar, sagte Sprecherin Magnusson. Es habe keine Bekennerschreiben gegeben, keine Drohungen, auch liege keine Erpressung vor. Die Entscheidung, die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken, sei eine "reine Vorsichtsmaßnahme".

Quelle: AFP/dpa