Panorama

Greenpeace findet Schokoriegel Illegales Gen-Food im Supermarkt

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Nestlé hatte den Butterfinger bereits 1998 auf den deutschen Markt und bereits damals nicht die Zustimmung der Verbraucher getroffen.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Umweltschützer finden Schokoriegel mit gentechnisch veränderten Zutaten in deutschen Supermärkten. Nestlé hatte "Butterfinger" und "Baby Ruth" für den US-Markt produziert. Der Verkauf von nicht gekennzeichnetem Gen-Food ist in Europa aber strafbar.

In deutschen Supermärkten werden nach Recherchen der Umweltschutzorganisation Greenpeace illegal gentechnisch-veränderte Lebensmittel ohne die entsprechende vorgeschriebene Gen-Kennzeichnung verkauft. In Supermärkten von Karstadt/Perfetto, Edeka, Rewe sowie an Tankstellen, Kiosken und in Videotheken seien die von Nestlé in den USA produzierten Produkte "Butterfinger" und "Baby Ruth" angeboten worden, teilte die Organisation in Hamburg mit. Laboruntersuchungen hätten ergeben, dass diese mit Gen-Soja hergestellt werden, der "Butterfinger" zudem mit Zutaten aus sechs unterschiedlichen Gen-Maissorten.

Reimporte im Supermarkt

Die Gentechnik-Expertin von Greenpeace, Stephanie Töwe, erklärte, die Snacks seien typisch für die USA, wo es auch keine Kennzeichnungspflicht gebe. Der Zeitung "taz" sagte Töwe, 84 bis 100 Prozent des untersuchten Soja sei gentechnisch verändert. Nestlé Deutschland wies eine Zuständigkeit für den illegalen Verkauf zurück. Die Riegel seien für den amerikanischen Markt hergestellt und entsprechend den dortigen Vorschriften gekennzeichnet. Sie würden von einer vom Konzern unabhängigen Firmen nach Deutschland eingeführt. In solchen Fällen sei der Importeur allein für die korrekte Kennzeichnung verantwortlich.

Einer der Importeure, die Mühlheimer C.M.C. The Food Company, kündigte gegenüber der "taz" an, den Artikel "Baby Ruth" umgehend zurückzurufen und auch nicht wieder in Deutschland auf den Markt zu bringen.

Verbraucher wollen kein Gen-Food

Greenpeace forderte unterdessen umfassende Kontrollen der Lebensmittelüberwachung. "Die meisten Verbraucher in Deutschland wollen sich kein Gen-Food unterjubeln lassen", sagte Töwe. "Mit illegalen genmanipulierten Lebensmitteln müssen sie unfreiwillig den Anbau der riskanten grünen Gentechnik unterstützen." Der Anbau von Gen-Pflanzen für Lebens- und Futtermittel birgt nach Greenpeace-Ansicht zahlreiche Risiken für die Umwelt und ökologische Landwirtschaft.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa

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