Panorama
Freitag, 20. Januar 2012

Persischer Kulturkampf: Iran geht gegen Barbie vor

Die iranische Polizei startet einen Feldzug gegen den Verkauf von Barbie-Puppen. Barbie ist nach Auffassung der Sittenwächter ein "Symbol unmoralischer westlicher Kultur".

Barbie-Puppen dürfen in Teheran nicht verkauft werden.
Barbie-Puppen dürfen in Teheran nicht verkauft werden.(Foto: Vahid Salemi/AP/dapd)

Irans Sittenwächter gehen gegen den Verkauf von Barbie-Puppen vor. Die Polizei schloss Dutzende Geschäfte, die die blonde, langbeinige Puppe verkauft haben, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Die Polizei werde die Offensive gegen die "Symbole der permissiven westlichen Kultur", hieß es in Teheran. Alle Inhaber von Spielzeuggeschäften wurden angewiesen, die Puppen aus ihren Regalen zu verbannen.

Bereits in den 1990er Jahren hatte das staatliche Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern Barbie-Puppen verboten. Als islamische Alternative zu Barbie und Ken kam das Geschwisterpaar Sara und Dara auf den Markt - brünett, konservativ gekleidet und mit Kopftüchern ausgestattet. Doch Sara und Dara eroberten weder die Herzen der iranischen Kinder noch konnten sie den Verkauf von Barbie-Puppen stoppen. Schmuggler bringen immer wieder die beliebten US-Plastikpuppen ins Land, wo sie in Spielzeug-, aber auch in Lebensmittelläden angeboten werden.

Seit drei Jahrzehnten kämpft das iranische Regime gegen das, was es "die Invasion der westlichen Kultur" nennt. Dazu gehören vor allem Filme, Musik, Haarschnitte und Kleidung. Allerdings gibt es Raubkopien auf dem Schwarzmarkt. Auch westliche Mode konnten die Wächter nicht ganz aus der Gesellschaft verbannen.

Quelle: n-tv.de