Panorama

Kein Einbruch durch Krieg und KriseIsrael-Reisen weiter im Trend

19.07.2009, 13:50 Uhr
imageUlrich W. Sahm
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Blick vom Olivenberg auf den Tempelberg in der südöstlichen Altstadt von Jerusalem mit dem Felsendom, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Interesse an Israel-Reisen ist in Deutschland ungebrochen und nimmt sogar weiter zu. Daran habe auch der Gaza-Krieg nichts ändern können, sagt der Tourismusexperte Ami Tzubery.

Der 51-jährige Tzubery wird ab 2. August in Berlin das Staatliche Israelische Verkehrsbüro leiten. Die Berliner Filiale des israelischen Tourismusministeriums ist Anlaufstelle für Reiseunternehmer in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

"Es gibt schon deutliche Unterschiede bei den von mir betreuten Zielgruppen", berichtet Tzubery. "In Österreich sind 70 Prozent der Bevölkerung Katholiken. Die Reisebranche dort hat sich auf ihr religiöses Publikum eingestellt. Hauptreisezeit sind hier die Winterferien. Aus der Schweiz kommen nicht viele Reisende nach Israel, höchstens jene mit jüdischen Wurzeln. Die Deutschen verteilen ihre Israel-Besuche über das ganze Jahr. Vor allem reisen sie jedoch zwischen Oktober und April ins Heilige Land."

Immer ein spezielles Ziel vor Augen

Das Tote Meer trocknet ausIn diesem Jahr, so Tzubery, werde er das Schwergewicht auf Gruppen- und Einzelreisen legen, die an "Kultur und Geschichte" interessiert seien: "Das umfasst 'echte Pilger' genauso wie jene, die sich nicht als fromm bezeichnen und dennoch die Grabeskirche und andere heilige Stätten besuchen wollen." Für Touristen aus aller Welt sei Israel kein "gewöhnliches" Reiseziel. Nach Spanien oder Italien brächen Urlauber auch mal spontan auf. "Wer nach Israel kommt, hat ein spezielles Ziel vor Augen. Das ist klar mit der biblischen Geschichte verknüpft." Von seiner Historie könne sich Israel nicht lösen. Niemand besuche Tel Aviv, weil die Stadt eine Spaßstadt sei. "Das ist eine nette Zugabe, aber nur im Rahmen einer Gesamtrundfahrt." Niemand reise nach Tel Aviv so, wie man sich Berlin oder Paris als Reiseziel auswählt. Sinnvoller sei es, Besucher mit kultureller oder religiöser Bindung zu Israel von einem Abstecher nach Tel Aviv oder zum Toten Meer zu überzeugen.

Nach Gesprächen mit deutschen Reiseunternehmern habe er festgestellt, dass Fernsehwerbung gut angekommen sei, bei der man Menschen beim Jogging sah, die dann "Schalom, Schalom" riefen. Beim Veranstalter "Biblische Reisen" habe er erfahren, dass gerade auch Pilger Israel als ein "ganz normales Land" schätzen.

Zusammenarbeit mit Palästinensern

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Blick auf Ost-Jerusalem. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Tzubery betonte die Kooperation mit den Palästinensern. Natürlich gebe es noch immer politische Probleme. "Die werden wir bis morgen früh auch nicht lösen können. Wir wollen aber genauso wie unsere arabischen Partner möglichst viele Touristen ins Heilige Land locken. Beide Seiten verdienen daran, Bethlehem wie Jerusalem. Wer Israel meidet, schadet auch Palästinensern." Der Gaza-Krieg habe entgegen allen Erwartungen die Zahl der Israel-Touristen nur geringfügig einbrechen lassen.

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Die Festung Elah. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Nach Angaben deutscher Reisebüros habe die Wirtschaftskrise dennoch weltweit einen Rückgang der Reisen bewirkt. Studiosus verzeichnete Einbrüche vor allem bei Reisen nach Ägypten, Jordanien und in die Türkei. Aber ausgerechnet bei Reisen nach Israel habe es einen Zuwachs von nahezu 50 Prozent gegeben. Studiosus wende sich im Falle Israels "an ein ganz spezielles Publikum, das sich solche Reisen leisten kann und ein großes Interesse am Heiligen Land hat".