Panorama

Zum Mordprozess in IndienItalien schickt Soldaten zurück

22.03.2013, 02:33 Uhr

Das diplomatische Verhältnis zwischen beiden Ländern ist angespannt, seit zwei italienische Soldaten vor der indischen Küste indische Fischer erschossen haben sollen. Im Moment befinden sich die beiden Italiener in ihrem Heimatland - doch nun soll ihnen in Indien der Prozess gemacht werden.

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Indien sichert dem italienischen Botschafter in Delhi keine Immunität mehr zu. (Foto: AP/dpa)

Im diplomatischen Streit um ein Verfahren gegen zwei italienische Soldaten wegen des mutmaßlichen Mordes an zwei indischen Fischern sind beide Seite aufeinander zugegangen: Die beiden Italiener werden nun doch für einen Prozess nach Indien zurückkehren, wie die Regierung in Rom mitteilte. Sie habe von den indischen Behörden schriftliche Garantien zur Behandlung der beiden Italiener sowie zum "Schutz ihrer Grundrechte" erhalten.

Den beiden Italienern wird vorgeworfen, im Februar vergangenen Jahres zwei Fischer vor der Küste von Kerala im Südwesten Indiens getötet zu haben, als sie einen italienischen Öltanker bewachten. Nach eigener Aussage hielten sie die Fischer für Piraten.

Botschafter bricht Versprechen

Den Soldaten war im Februar erlaubt worden, zur Teilnahme an den Parlamentswahlen für einen Monat in ihre Heimat zurückzukehren. Italiens Botschafter Daniele Mancini garantierte dafür, dass sie bis zum 22. März nach Indien zurückkehren. Später teilte die italienische Regierung mit, dass die Soldaten nicht nach Indien zurückkommen würden. Aus ihrer Sicht ist die indische Justiz nicht zuständig, weil der Vorfall sich in internationalen Gewässern ereignet habe.

Diese Entscheidung führte zu empörten Reaktionen in Indien. Der Oberste Gerichtshof forderte den italienischen Botschafter auf, das Land nicht zu verlassen. Außerdem stellte das Gericht fest, Mancini genieße in Indien keine diplomatische Immunität mehr.

Quelle: ntv.de, AFP