Panorama

Gefährlich nahe an Flugzeug Jetpack-Mann von L.A. gibt Rätsel auf

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Ein Mann mit Raketenrucksack fliegt über die Formel 1 Strecke von Spielberg. Ein ähnliches Bild könnte sich Piloten in den USA geboten haben.

(Foto: imago/HochZwei)

Kurz nach dem Start am Flughafen in Los Angeles sichten Piloten einen Mann mit Raketenrucksack - in einer Höhe von knapp 1000 Metern. Das Flugmanöver ist jedoch nicht etwa Bestandteil von Dreharbeiten eines neuen Hollywood-Films, sondern illegal und außerdem hochgefährlich.

Berufspiloten sind es gewohnt, sich den Himmel mit Vögeln oder mit Drohnen zu teilen. Ein völlig neues Flugobjekt sichteten Piloten jedoch in der Nähe des Flughafens von Los Angeles: Einen Mann, der einen Jetpack fliegt. Etwa ein Kilometer über dem Boden soll der "Jetpack-Guy" geschwebt haben.

"Tower, American 1997 - wir sind gerade an einem Mann in einem Jetpack vorbeigeflogen", funkte der Pilot des American-Airlines-Fluges 1997 dem Bodenkontrollzentrum in Los Angeles am Sonntagabend. Nur etwa 30 Sekunden später meldet sich erneut ein Pilot: Auch er will das menschliche Flugobjekt gesichtet haben. Beide Flugzeuge befanden sich bei der Begegnung mit dem Mann im Landeanflug, gerade einmal 300 Meter soll der Abstand zwischen Flugzeug und der bemannten Mini-Rakete betragen haben. So was gebe es "nur in L.A." kommentierte ein Fluglotse.

Seth Young, Pilot und Professor für Luftfahrt an der Ohio State University wies in einem Bericht der "New York Times" darauf hin, wie gefährlich das Manöver des Mannes war. "Das Risiko besteht offensichtlich darin, mit einem Flugzeug zu kollidieren. Die Triebwerke des Flugzeugs hätten den Mann aber auch aus größerer Entfernung ansaugen können", erklärt Young. Mit diesem Problem habe man bereits bei Vögeln zu kämpfen. Schon mehrfach mussten Flugzeuge umdrehen, weil es bei Starts zu Vogelschlägen gekommen ist.

Mehr als nur Science-Fiction-Spielerei

Amerikanische Luftfahrtbehörden teilten mit, dass der Fall an die Polizei von Los Angeles übergeben wurde. Diese habe die Gegend nach Verdächtigen abgesucht, einen Jetpack konnten die Beamten bislang nicht finden.

Dass sich die beiden Piloten geirrt und den Raktenrucksack-Mann mit einem großen Vogel verwechselt haben könnten, glaubt Seth Young trotzdem nicht. Die Piloten seien darauf trainiert, kleine Objekte in der Luft zu erkennen. Zudem sollen die Crews der Maschinen einwandfreie Sicht gehabt haben.

Jetpacks, also Rucksäcke mit integriertem Triebwerk, gehören schon länger zum Repertoire der Fortbewegungsmittel in Science-Fiction-Filmen. Aber auch an ihrer realen Umsetzung wird bereits seit einiger Zeit gearbeitet. Im letzten Jahr sorgte der französische "Raketen-Mann" Frank Zapata für Schlagzeilen, als er mit seinem Jetpack-ähnlichen "Flybord Air" über den Ärmel-Kanal flog.

Quelle: ntv.de, jsc