Napalmangriff im VietnamkriegKim Phuc leidet noch immer
Die als "Napalm-Mädchen" aus dem Vietnamkrieg bekannt gewordene Kim Phuc leidet immer noch unter den Folgen eines amerikanischen Bombenangriffs vom 8. Juni 1972.
Die als "Napalm-Mädchen" aus dem Vietnamkrieg bekannt gewordene Kim Phuc leidet immer noch unter den Folgen eines amerikanischen Bombenangriffs vom 8. Juni 1972. "Meine Narben schmerzen. Vor allem, wenn das Wetter wechselt", sagte die 43-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn sie am Computer arbeite, könne sie oft ihren linken Arm nicht mehr bewegen.
Bilder des US-Fotografen Nick Ut von dem schreiend aus ihrem brennenden Heimatdorf laufenden Mädchen waren damals um die Welt gegangen. Heute lebt Kim Phuc mit Ehemann und zwei Kindern im kanadischen Toronto. Den Fotografen habe sie nicht aus den Augen verloren. "Ich habe erst später erfahren, dass Nick Ut, der das berühmte Foto geschossen hat, mich in ein Krankenhaus gebracht hat. Ich nenne ihn bis heute nur Onkel Ut", sagte Kim Phuc.
Trotz aller Schmerzen habe sie schon vor 25 Jahren Frieden mit ihrem Schicksal geschlossen. Dies sei ihr möglich gewesen, nachdem sie zum Christentum konvertiert war: "Ich habe wirklich gelernt, mich und meine Feinde zu lieben. Zuvor habe ich mich gehasst, mein Leben, meine Verletzungen und alle Menschen, die normal waren." 1996 habe sie auch den Offizier John Plummer getroffen, der den Luftangriff damals koordiniert hatte. Kim Phuc: "Ich war froh, ihn zu sehen. Ich hatte gelernt zu vergeben, bevor ich ihn traf."
Mittlerweile reist die 43-Jährige als UNESCO-Botschafterin um die Welt, hält Vorträge und trifft hochgestellte Persönlichkeiten. "Die Queen hat mich am meisten beeindruckt. Ich war ziemlich aufgeregt." Fidel Castro habe sie auf Kuba getroffen. Kim Phuc: "Aber glauben Sie mir: Mir sind Familienessen zu Hause in der Küche lieber als irgendwelche Galadinner in Präsidentenpalästen."