Panorama

Die Autos am Abgrund "Klare Verhältnisse wären besser"

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Die Abbruchkante ist inzwischen weitgehend stabil.

(Foto: dpa)

Roland Stark ist 63 Jahre alt und wohnt in Schmalkalden. Sein Auto kann er derzeit nicht benutzen. Es steht am Rande des Kraters. Wenn Stark aus dem Fenster zur Garage hinüberblickt, dann mit gemischten Gefühlen.

n-tv.de: Scheiß Gefühl, oder?

Roland Stark: Ja, sicher. Man läuft hier rum und guckt immer mal, ob's oder wann's abkracht.

Haben Sie Angst, dass die Kiste noch verschwindet oder glauben Sie, dass das für Sie noch glimpflich abläuft?

Nun (lacht), da bin ich etwas geteilt. Ich meine, das Auto ist mit Sicherheit beschädigt. Und jetzt stellt sich die Frage, naja, also ein neues wäre eigentlich besser.

Wie? Besser ab in den Krater und klare Verhältnisse?

Jetzt würde ich nicht gerade sagen Ja. Aber, na sicherlich, dann wären die Verhältnisse klar. Da weiß man, wo man ist. So geht das Bangen halt immer weiter.

Kann man denn schon absehen, wie stark die Beschädigungen sind? Das sieht auf den Bildern nicht so dramatisch aus.

Vom Mauerwerk, irgendwelche Sachen. Und auch andere Sachen, die in der Garage rumstanden, sind auf das Auto drauf gefallen.

Was ist denn das eigentlich für ein Auto. Durch das Tor, das halb davorhängt, kann man das gar nicht gut erkennen.

Na, ein A3. Ein A3 Sportback.

Baujahr?

Anderthalb Jahre alt.

Oh, eine richtig neue, scharfe Kiste.

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Hinter dem Tor steht das Auto von Roland Stark. Noch.

(Foto: dpa)

Ja.

Ist die wenigstens gut versichert?

Ja, ja. Ich habe eine Kaskoversicherung. Ist ja ein Leasingfahrzeug .

Also, wenn’s noch verschluckt wird, haben Sie kein Problem?

Nee, habe ich kein Problem. Habe ich schon abgeklärt mit der Versicherung.

Und wie kommen Sie jetzt zur Arbeit?

Ich habe noch einen Firmenwagen, den konnte ich noch rechtzeitig wegfahren und am Montagmorgen aus der Gefahrenzone bringen, wenn ich das mal so sagen kann. Wir sind ja schon am Tag drei. Ich komme schon gar nicht mehr mit der Zeit mit.

Was machen Sie denn beruflich?

Fernmeldetechniker.

Telekom?

Nein, nein. Ein kleiner Laden.

Sind Sie denn schon wieder zu Hause?

Wir durften gestern wieder in die Wohnung rein.

Haben Sie Angst, dass bald zehn Meter weiter ein neuer Krater entstehen könnte?

Also, ich sehe das vollkommen entspannt. Aber meine Frau ist total verängstigt. Ich denke, so'n Loch kann sich überall auftun.

Gut, passiert aber zum Glück nicht so oft.

Ja, schon. Aber die Gefahr ist überall gegeben.

Jetzt gibt man sich ja sehr viel Mühe, das Erdloch schnell zu verfüllen. Was machen Sie dann, wenn das Auto noch in der Garage steht. Reparieren lassen und bei ebay versteigern. Motto: "Das Auto vom Kraterrand"?

Naja, ich hoffe, dass ich ein neues kriege, wie gesagt.

Wenn der A3 nicht mehr abrutscht, wird das bestimmt schwierig. Wir wünschen Ihnen dann mal so oder so das Beste.

Quelle: ntv.de, Mit Roland Stark sprach Tilman Aretz

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