Heftige Unwetter in ThailandKriegsschiffe retten Touristen
Nach den schweren Überschwemmungen und Stürmen in Thailand helfen Kriegsschiffe, Touristen aus abgeschnittenen Gebieten zurückzuholen. Die Lage an den Flughäfen entspannt sich derweil. An- und abreisende Urlauber müssten aber noch mit Verzögerungen rechnen, heißt es.
An den Bemühungen, tausende Touristen aus Deutschland und anderen Ländern von überschwemmten thailändischen Inseln fortzubringen, beteiligt sich nun auch ein Flugzeugträger der Armee. An Bord der "Chakri Naruebet" gingen mehr als 700 Urlauber, wie die Marine mitteilte. Der Deutsche ReiseVerband teilte in Berlin mit, der Flugverkehr auf den betroffenen Urlaubsinseln normalisiere sich zusehends.
Der Flugzeugträger legte am Stützpunkt Sattahip an. Dort gingen nach Angaben der Marine 734 Touristen, darunter 532 Ausländer, an Bord. Sie waren von den Inseln Koh Tao und Koh Phangan zu dem Flugzeugträger gebracht worden. Die Marine kündigte an, dass im Laufe des Tages mehrere Fregatten weitere gestrandete Urlauber abholen sollten.
Eine Woche andauernder Regen hatte in Südthailand Überschwemmungen verursacht, durch die auch Straßen und Zugstrecken blockiert wurden. Betroffen von den Auswirkungen des Dauerregens waren auch tausende Touristen auf Urlaubsinseln im Golf von Thailand und im Andamanischen Meer, weil Fährverbindungen und Flüge gestrichen wurden.
Lage bei An- und Abreisen "deutlich entspannt"
Die Sprecherin des Deutschen ReiseVerbands, Sibylle Zeusch, sagte, dass derzeit rund 1500 deutsche Gäste auf Koh Samui im Golf von Thailand seien. Nur wenige von ihnen hätten wegen der Überschwemmungen Beeinträchtigungen hinnehmen müssen. So seien manche wegen Wasserschäden in Hotels in andere Unterkünfte verlegt worden. Für die Urlauber, die ab- und anreisen wollen, habe sich die Lage "deutlich entspannt", sagte Zeusch. Wegen des Rückstaus nach der zeitweisen Aussetzung des Flugverkehrs böten manche deutsche Veranstalter die Möglichkeit an umzubuchen.
Der Flugverkehr von und zur Insel Koh Samui normalisierte sich, wie die Fluggesellschaft Bangkok Airways mitteilte. Vize-Ministerpräsident Suthep Thaugsuban erklärte, dass der Fährverkehr von den Inseln Koh Samui und Koh Phangan wiederaufgenommen worden sei. Kleinere Inseln wie Koh Tao seien aber vom Schiffsverkehr weitgehend abgeschnitten. "Tausende Touristen saßen dort fest und es gab nicht genug Essen und Wasser, so dass wir ihnen zuerst helfen mussten", erklärte Suthep.
Soldaten mit Spürhunden im Einsatz
Nach den heftigen Überschwemmungen und Erdrutschen in Thailand mit mindestens 15 Toten beteiligte sich die Armee zudem an der Suche nach möglichen weiteren Todesopfern. In der südlichen Provinz Krabi seien rund 150 Soldaten mit Spürhunden im Einsatz, um nach einem Erdrutsch nach Vermissten zu suchen, sagte Armeesprecher Sunsern Kaewkumnerd. Bislang seien zwei Tote entdeckt worden. In ganz Krabi wurden nach Behördenangaben bis zu zehn Menschen vermisst. Ökonomen schätzten den entstandenen Schaden auf sieben Milliarden Baht (rund 163 Millionen Euro).
Thailand hatte bereits Ende vergangenen Jahres schwere Überschwemmungen erlitten. 220 Menschen kamen ums Leben, insgesamt waren 8,3 Millionen Menschen in 51 der 76 Provinzen von der Naturkatastrophe betroffen.