Kaution von 20 Millionen Euro verlangtKronzprinz erhält Boeing zurück

Der thailändische Kronprinz Maha Vajiralongkorn darf wieder mit seiner beschlagnahmten Boeing fliegen. Allerdings fließt vorher eine Kautionsumme von 20 Millionen Euro. Damit ist der Streit zwischen Thailand und der insolventen Firma Walter Bau aber noch nicht beigelegt.
Thailands Kronprinz Maha Vajiralongkorn kann unter Auflagen wieder mit seinem Privatflugzeug nach Hause fliegen. Das Landgericht Landshut gab den gepfändeten Flieger gegen eine Kaution von 20 Millionen Euro frei. Eine eidesstattliche Versicherung der thailändischen Flugaufsicht und das Registrierungszertifikat ließen vermuten, dass die Boeing 737 Privateigentum des Prinzen sei, teilte das Gericht mit. Auf eine Kaution könne wegen des berechtigten Interesses des Insolvenzverwalters der einstigen Walter Bau, der die Maschine beschlagnahmen ließ, nicht verzichtet werden. Die Details müssten in einem weiteren Verfahren geklärt werden.
Insolvenzverwalter Werner Schneider hatte den Jet auf dem Münchner Flughafen festsetzen lassen, um damit des Baukonzerns einzutreiben. Thailand hat nach Schneiders Angaben einen vor über 20 Jahren gebauten Autobahnabschnitt bis heute nicht bezahlt. Mehrere Gerichte hatten ihm recht gegeben, Thailand bestreitet allerdings, dass der Rechtsweg schon ausgeschöpft ist.
Die Pfändung hatte zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und Thailand geführt. Dessen Außenminister Kasit Piromya sprach von einem "großen Fehler" und reiste eigens mit einer Delegation nach Berlin, um den Flieger des Thronfolgers loszueisen. Die Bundesregierung hatte nach der Pfändung Unannehmlichkeiten für den Kronprinzen bedauert, aber darauf verwiesen, dass der Fall in den Händen der unabhängigen deutschen Justiz liege.