"Trauschein auf einmal wichtig"Künast ist verheiratet
Renate Künast hat geheiratet - schon im Februar, was allerdings geheim blieb, weil die Trauzeugin nur noch kurze Zeit zu leben hatte. Sollte sie Berliner Bürgermeisterin werden, will ihr Mann sich Joachim Sauer zum Vorbild nehmen.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat ihren Lebensgefährten, den Strafverteidiger Rüdiger Portius, geheiratet - und zwar schon vor fünf Monaten. "Wir haben am 22. Februar geheiratet", sagte die 55-Jährige der "Bild am Sonntag".
"Nur wir beide, unsere Trauzeuginnen und Rüdigers Tochter Lena waren auf dem Standesamt in Berlin-Charlottenburg dabei", sagte Künast weiter. Künast und der 67-jährige Portius kennen sich bereits seit 25 Jahren, seit zwölf Jahren sind sie ein Paar.
Die Hochzeit sei wegen der Krebserkrankung einer Trauzeugin, der früheren Berliner Familiensenatorin Anne Klein, nur im kleinsten Kreis begangen worden. "Unsere Freundin Anne Klein und ihre Lebenspartnerin sollten unbedingt unsere Trauzeuginnen sein. Anne ist Ostern gestorben. Deshalb haben wir die Heirat auch ganz privat gehalten", sagte Künast, die in Berlin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin kandidiert.
Eine Feier will das Paar noch nachholen. Portius sagte: "Da jetzt der Berliner Wahlkampf läuft, werden unsere Familie und Freunde noch ein bisschen warten müssen. Vielleicht im nächsten Sommer an einem schönen Ort."
Vorbild Joachim Sauer
Derzeit verbringt Künast 14 Tage mit ihrem Ehemann in ihrem Ferienhaus im schleswig-holsteinischen Malente. Einen Trauschein fand die emanzipierte Juristin früher nach eigenem Bekunden nicht wichtig. "Bei Rüdiger änderte sich das. Da fand ich eine Hochzeit eine notwendige Aussage. Zu heiraten bedeutet für mich, füreinander einzustehen", sagte Künast. Mit Portius, dem Chef der Berliner Strafverteidigervereinigung, teilte sich Künast früher eine Kanzlei. Der Berliner Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann ist heute noch Sozius dort.
Im Falle eines Wahlsiegs von Künast will sich Portius am Ehemann von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Joachim Sauer, orientieren. "Aus den wesentlichen Offizialien werde ich mich raushalten. Ich werde meinen Job als Strafverteidiger weitermachen und gelegentlich wird es einen gemeinsamen Auftritt von uns geben. Ich finde, Herr Sauer macht es nicht schlecht."