Panorama

Bohrer, Rettungskapsel und FigurenKumpel-Rettung zum Nachspielen

05.08.2011, 08:26 Uhr

Vor einem Jahr werden 33 Kumpel in einer Kupfer- und Goldmine im chilenischen Copiapó verschüttet. 69 Tage verbringen sie unter der Erde, bis sie gerettet werden. Das dramatische Geschehen können Kinder nachspielen, die Ausrüstung liefert ein chinesischer Hersteller. Doch die Kumpel sind wenig begeistert.

Chilenische Kinder können das Drama der vor einem Jahr verschütteten Bergarbeiter von Copiapó jetzt im Miniaturformat nachspielen. Für 4000 Pesos (knapp 6,50 Euro) bekommt man in einer Supermarktkette in Santiago ein Set mit 19 Plastikfiguren, zu denen ein Kumpel mit Helm und Schutzbrille, die Rettungskapsel "Phönix" und ein Bohrer gehören.

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Die Rettungskapsel "Fenix2" ist in Copiapó ausgestellt. (Foto: dpa)

"Bohre, um sie zu retten", fordert das Prospekt des Spiels "Los Mineros" ("Die Minenarbeiter") die Kinder auf, die Rettungsaktion der 33 Kumpel spielend mitzuerleben. Auch eine chilenische Flagge gehört dazu, um an den "Triumph des menschlichen Geistes über die Leiden" zu erinnern. Am 5. August jährt sich zum ersten Mal das Unglück in der Atacama-Wüste, das 69 Tage später mit der Rettung aller Verschütteten endete.

Das in China produzierte Spielzeug wurde von den Helden des "Wunders von Chile" mit Missbehagen empfangen. "Wir haben unsere Rechtsanwälte benachrichtigt", erklärte Omar Reygadas, einer der 33 Minenarbeiter, die mit der Kapsel aus 688 Meter Tiefe ans Tageslicht gezogen wurden. "Wenn es nur um ein Souvenir für die Kinder ginge, wäre alles in Ordnung. Hier wird aber mit unserem Image Profit gemacht."

Quelle: dpa