Mord an zwei Elite-StudentenLebenslang für "Blutbad-Orgie"
244 Mal haben zwei Briten auf zwei Franzosen eingestochen und die Leichen ihrer Opfer anschließend angezündet - bei der Urteilsverkündung zuckte einer der Angeklagten nun lediglich mit den Schultern.
In Großbritannien sind zwei Männer für die grausame Ermordung zweier französischer Elite-Studenten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Londoner Richter verdoppelte die übliche Haftdauer wegen des "barbarischen" Verbrechens auf mindestens 35 beziehungsweise 40 Jahre.
Die Täter, die unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol standen, waren in die Wohnung eines der jungen Männer eingebrochen. Dort hatten sie die beiden 23-jährigen Franzosen gefesselt und stundenlang gefoltert. Sie pressten ihnen die Geheimnummern für ihre Bankkarten ab und stachen anschließend 244 Mal auf sie ein. Abschließend zündeten die Täter die entstellten Leichen an, um Spuren zu verwischen.
Täter wegen Panne auf freiem Fuß
Auf die Opfer sei "wie in einem Anfall von Wahnsinn" eingestochen worden, hieß es. Einer der Täter war zur Tatzeit wegen einer bürokratischen Justiz-Panne auf freiem Fuß. "Ich bin überzeugt, dass der einzig mögliche Grund für die Zahl der Verletzungen ist, dass die Mörder sadistisch waren", sagte Richter John Saunders. Ihre Tat habe ihnen offensichtlich Spaß gemacht.
Die Anklage sprach von einer "Blutbad-Orgie". Der britische Justizminister Jack Straw verurteilte das Verbrechen als "abscheulichsten, sadistischsten und willkürlichsten Mord". Der Vater eines eines Opfers drückte nach dem Urteilsspruch seine Enttäuschung über die geringe Haftstrafe aus. Beide Täter seien "Tiere"; man sollte sie "nie mehr aus dem Gefängnis lassen".
Zwei "talentierte und anständige Menschen" getötet
Die 23 und 33 Jahre alten Täter würden es ihrem jungen Alter verdanken, dass sie am Ende ihres Lebens noch einmal freikommen könnten, sagte der Richter. Die Opfer seien "talentierte und anständige Menschen" gewesen und völlig unschuldig an dem Verbrechen, das ihnen zugefügt wurde.
Dies sei das schlimmste Verbrechen, über das er jemals urteilen musste. Der jüngere, vorbestrafte Täter schaute bei der Urteilsverkündung zu den Eltern der Opfer herüber und zuckte mit den Achseln.
Londoner Behörden-Leiter tritt zurück
Dem Mord gingen Pannen bei den Verfolgungsbehörden voraus. Einer der Täter sollte den Rest einer früheren Haftstrafe absitzen. Weil die Anträge bei Haftantritt nicht vorlagen, kam der 23-Jährige vorübergehend wieder frei und wurde für einen späteren Zeitpunkt vorgeladen. In diesem Zeitraum wurden die Studenten ermordet.
Als Konsequenz aus der Behörden-Panne sollen in den nächsten zwei Jahren 100 neue Bewährungshelfer in London eingestellt werden. Der Leiter der Londoner Abteilung trat bereits zurück. Er begründete die Panne mit einer extrem hohen Belastung seiner Mitarbeiter.