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Ermordung ihres Mannes miterlebt Lisbeth Palme ist tot

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Lisbeth Palme (1931-2018)

(Foto: REUTERS)

Schweden trauert um Lisbet Palme: Die Witwe des 1986 ermordeten Ministerpräsidenten Olof Palme starb im Alter von 87 Jahren. Sie war dabei, als ihr Mann nach einem gemeinsamen Kinobesuch auf dem Heimweg mit zwei gezielten Schüssen getötet wurde.

Lisbet Palme, die Witwe des im Februar 1986 ermordeten schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte ihre Familie mit. Lisbet Palme war dabei, als ihr Mann nach einem gemeinsamen Kinobesuch auf dem Heimweg mit zwei gezielten Schüssen getötet wurde - seinen Leibwächtern hatte er für den Abend freigegeben. Sein Mörder konnte fliehen, die Tatwaffe wurde nie gefunden.

Der Mordfall Palme ist bis heute ungeklärt. Nach einer umstrittenen Gegenüberstellung fast drei Jahre nach der Tat hatte Lisbet Palme den drogenabhängigen Kleinkriminellen Christer Pettersson als Täter identifiziert. Er wurde im Juli 1989 verurteilt, wenige Monate später aber aus Mangel an Beweisen wieder freigesprochen. Nachdem er sich anfänglich mit der Tat gebrüstet hatte, beteuerte er später seine Unschuld. 2004 starb er.

Die Ermordung des damals 59-jährigen charismatischen Politikers mitten im Zentrum von Stockholm war für das Land mit seiner offenen Gesellschaft ein Schock. Die Ermittlungen gehen bis heute weiter: Tausende Menschen wurden befragt, die Akten füllen rund 250 Regalmeter.

Der Sozialdemokrat Olof Palme wurde von vielen bewundert, hatte im In- und Ausland aber auch viele Feinde. Unter anderem setzte er sich für das Selbstbestimmungsrecht der Völker ein, verurteilte die Interventionspolitik Washingtons in Südamerika, sprach sich gegen Apartheid und Atomkraft aus und befürwortete die Umverteilung von Vermögen. In Schweden schuf er die Basis für die Gleichberechtigung von Frau und Mann, von der die Gesellschaft bis heute profitiert.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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