Panorama

Was sonst noch passierteManila verbietet Weihnachtsgrüße

11.12.2010, 17:06 Uhr

Lächeln müssen sie. Aber ein "Frohes Fest" dürfen die Flughafenbeamten in Manila den Passagieren nicht wünschen. Warum? Der Grund klingt erstmal seltsam. Ebenfalls ausgefallen sind die Gründe dafür, dass sich Politiker nach einem Konzert prügeln, eine Französin vier Stunden auf einem Baum ausharrt und eine junge Frau zehn Jahre lang unter Schmerzen im Fuß leidet.

Lächeln müssen sie. Aber ein "Frohes Fest" dürfen die Beamten am Flughafen von Manila den Passagieren nicht mehr wünschen. Warum? Der Grund klingt erstmal seltsam. Ebenfalls ausgefallen sind die Gründe dafür, dass sich Politiker nach einem Konzert prügeln, eine Französin vier Stunden auf einem Baum ausharrt und eine junge Frau über zehn Jahre lang unter Schmerzen im Fuß leidet.

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"Frohes Fest"? Nicht auf dem Flughafen von Manila. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die philippinischen Beamten dürfen am Flughafen von Manila den Passagieren kein "Frohes Fest" mehr wünschen - das könnte als Zahlungsaufforderung verstanden werden, warnte die Einwanderungsbehörde. Die Passagiere könnten sich mit einem solchen Gruß genötigt fühlen, Präsente oder gar Geld zu geben, meint der für Manilas Ninoy Aquino-Flughafen zuständige Sprecher, Ronaldo Ledesma.

"Für unsere Einwanderungsbeamten ist vorgeschrieben, dass sie immer lächeln, wenn sie im Dienst sind, aber ein "Frohes Fest" ist verboten", sagte er. Auch die Zollbeamten dürfen keine Weihnachtsgrüße äußern. Stattdessen hat der Zoll Plakate mit den besten Wünschen zum Fest aufgehängt.

Die Philippinen sind ein überwiegend katholisches Land. Viele Dienstleister gehen vor den Festtagen von Tür zu Tür, um ein frohes Fest zu wünschen - und nehmen dafür gerne ein Trinkgeld in Empfang.

Politiker prügeln sich bei Domingo-Konzert

Die Frage, wer bei einem Plácido-Domingo-Konzert neben dem Präsidenten sitzen darf, hat in Armenien zu einer handfesten Schlägerei geführt. Ausgelöst habe die Prügelei der Vize- Protokollchef von Staatsoberhaupt Sersch Sargsjan, berichteten Medien in der Hauptstadt Eriwan.

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Domingo singt und Politiker prügeln sich um die besten Plätze. Der musikalischen Genuss steht dabei aber nicht an erster Stelle. (Foto: REUTERS)

Der Sekretär habe die Ehefrau des Bürgermeisters vor dem Konzert aufgefordert, den Platz in der ersten Reihe für einen Minister zu räumen. Ihr Mann habe daraufhin rot gesehen, hieß es. Nach dem Auftritt des spanischen Tenors schlug der Bürgermeister den Vize-Protokollchef krankenhausreif. Der wütende Politiker soll nun zurücktreten oder sich entschuldigen.

Wildschweine jagen Französin auf Baum

Ein einsamer Abendspaziergang ist für eine 30-Jährige in den französischen Pyrenäen zum Abenteuer geworden. Die Frau sah sich plötzlich einer Wildschweinherde gegenüber und kletterte auf einen Baum, wie die Polizei mitteilte. Dort saß sie letztlich vier Stunden lang fest.

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Vier Stunden saß eine Frau in einem Baum. Unten vergnügte sich eine Wildschweinherde. (Foto: picture alliance / dpa)

Beim Versuch, von ihrem rettenden Platz abzusteigen, stürzte sie zwei Meter ab und verhakte sich so unglücklich in den Ästen, dass sie von einem Hubschrauber geborgen werden musste. Die Rettungskräfte hatte sie zuvor selbst mit dem Handy gerufen, das mit einem Satellitenortungssystem ausgestattet war. Auch ihre Mutter wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen, da sie sich in Straßenschuhen auf die Suche gemacht und sich dabei das Knie verstaucht hatte.

Zehn Jahre mit Zahnstocher im Fuß gelebt

Eine junge Österreicherin hat zehn Jahre mit einem Zahnstocher im Fuß gelebt, bis ein Arzt endlich die richtige Diagnose stellte und ihr den schmerzhaften Fremdkörper entfernte. Andere Mediziner hätten die Frau als "Schmerzpatientin" abgestempelt und ihr gesagt, ihre Probleme hätten psychosomatische Ursachen, sagte der behandelnde Arzt Lorenz Larcher vom Universitären Lehrkrankenhaus Feldkirch in Vorarlberg. Die "Ärzte Zeitung" hatte über den Fall berichtet.

Die Frau war im Alter von 16 Jahren auf einen Zahnstocher getreten, der sich in den Fuß rammte. Sie konnte sich einen Teil des Holzes selbst entfernen, aber rund vier Zentimeter blieben im Fuß. "Sie war sich nie ganz sicher, ob noch etwas drin ist oder nicht", sagte Larcher. In den Jahren danach schwoll der Fuß immer wieder an und sie hatte teils starke Schmerzen. "Ihr Leben war dadurch schon stark beeinträchtigt", sagte der Mediziner. Die Österreicherin war bei verschiedenen Ärzten, die alle nichts fanden und die Schmerzen schließlich auf seelische Probleme zurückführten. Holz ist auf Röntgenbildern nicht erkennbar.

Erst in der Abteilung für plastische Chirurgie im Krankenhaus Feldkirch machten die Ärzte eine Magnetresonanztomographie-Aufnahme (MRT), die das Holzteil zeigte. Die Studentin wurde im Frühjahr des vergangenen Jahres operiert und ist seitdem nach Angaben von Larcher beschwerdefrei. "Es hat uns schon etwas verstört, dass niemand vorher das Problem entdeckt hat", sagte der Mediziner. Leider passiere es immer wieder, dass nicht besonders offensichtliche Erkrankungen schnell auf "psychosomatische Ursachen" zurückgeführt würden.

Quelle: kse/AFP/dpa