Panorama

Hinweise auf terroristische Tat Mann erschießt drei Menschen in Lüttich

In der Innenstadt des belgischen Lüttich fallen Schüsse. Ein Mann erschießt drei Menschen, darunter zwei Polizistinnen. Dann nimmt er eine Frau in seine Gewalt, ehe eine Spezialeinheit die Geiselnahme beendet. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft nimmt die Ermittlungen auf.

Ein mutmaßlicher Terrorist hat nach offiziellen Angaben im belgischen Lüttich zwei Polizistinnen und eine Frau in einem Auto erschossen, bevor er selbst von Sicherheitskräften getötet wurde. Zwei weitere Polizisten seien verletzt worden, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Es gebe Elemente, die auf eine terroristische Tat schließen ließen, sagte ein Sprecher der Behörde. Informationen zu Täter und Motiv nannte er aber noch nicht. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen des "Verdachts auf eine terroristische Straftat" ein.

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Die Gewalttat ereignete sich gegen 10.30 Uhr im Zentrum der nahe der Grenze zu Deutschland gelegenen Stadt. Staatsanwalt Philippe Dulieu zufolge griff der Mann die beiden Polizistinnen hinterrücks mit einem Messer an, verletzte sie und tötete sie mit einer ihrer eigenen Dienstwaffen. "Dann eröffnete er das Feuer auf ein geparktes Auto und tötete einen 22-jährigen Mann auf dem Beifahrersitz", sagte Dulieu. Der Angreifer flüchtete in eine Schule, wo er eine Angestellte der Schule kurzzeitig als Geisel nahm. Kurz darauf beendete die Polizei die Geiselnahme. Der Mann wurde bei dem Schusswechsel von der Polizei getötet.

Täter soll Ex-Häftling sein

Medienberichten zufolge soll der Mann "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Der staatliche Sender RTBF berichtete, bei dem Täter handele es sich um einen 36-jährigen Kleinkriminellen, der eine Haftstrafe abgesessen habe. Er hatte dem Bericht zufolge am Montag Freigang, von dem er nicht in die Haftanstalt zurückkehrte. Die Ermittler prüften nun, ob der Mann im Gefängnis zum Islam konvertiert sei und sich radikalisiert habe. Ministerpräsident Charles Michel sagte, es sei noch zu früh, etwas über den Hintergrund der Tat zu sagen.

Der Ort des Geschehens in der Lütticher Innenstadt wurde weiträumig abgesperrt. Die Schüler des Lütticher Gymnasiums seien in Sicherheit, sagte der Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer. Die Schüler seien von den Ereignissen nicht direkt betroffen gewesen und umgehend evakuiert worden, sagte die Mutter eines siebenjährigen Kindes. Dem Angreifer sei es nicht gelungen, das Gebäude zu betreten.

Es handele sich um einen ernsten Zwischenfall, sagte Regierungschef Michel dem Sender RTL Info. Er beobachte gemeinsam mit dem Innenminister die Lage. Michel sprach von "feiger und blinder Gewalt": "All unsere Unterstützung für die Opfer und ihre Angehörigen." Auch die königliche Familie Belgiens drückte den Angehörigen der Getöteten ihr Mitgefühl aus. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser schrecklichen Tat. Mut an ihre Angehörigen", schrieb der königliche Palast.

Die Terrorwarnstufe in Belgien bleibt laut einem Sprecher des nationalen Krisenzentrums weiterhin auf Stufe zwei: "Im Moment ändert sich nichts." Die Terrorwarnstufe wurde erst vor einiger Zeit wieder auf Stufe zwei herabgesetzt. Behörden, Medien und Bürger sind jedoch nach wie vor sensibilisiert. Die höchste Terrorstufe liegt bei vier. Belgien war in der Vergangenheit das Ziel mehrerer terroristischer Attacken. Bei der schwersten davon töteten islamistische Extremisten in Brüssel am 22. März 2016 in der Metro sowie am Flughafen 32 Menschen.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP/rts