Panorama

Neun Zentimeter lang Mann hat Nagel im Kopf

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Manche Röntgenbilder verstehen sogar Laien.

(Foto: AP)

Wer sich einen Nagel in den Kopf schießt und fast nichts davon merkt, kann wohl auch auf ein Stückchen Gehirn verzichten. Das jedenfalls wird ein Amerikaner müssen, der bei einem Arbeitsunfall mächtiges Glück hatte. Sein Arzt nimmt die Sache jedenfalls inzwischen locker.

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Arzt und Patient: Hier stimmt das Verhältnis.

(Foto: AP)

Einen fast neun Zentimeter langen Nagel hat sich ein Amerikaner ins Hirn geschossen - und nichts gemerkt. Ärzte in Oak Lawn bei Chicago operierten dem 32-Jährigen den Metallstift aus dem Kopf und verbrachten so ein kleines medizinisches Wunder. Dante Autullo war nach einem Bericht des örtlichen "South Town Star" sogar noch selbst zum Arzt gegangen. Die Ärzte rechnen mit seiner völligen Genesung.

Autullo arbeitete mit einem Freund in seiner Garage und benutzte eine Nagelpistole. Ein paar Tage zuvor hatte er mit dem Werkzeug schon die Hand seines Freundes verletzt. Diesmal sprang die Pistole vom Rückstoß zurück und Autullo spürte einen Schmerz am Kopf. "Es war, als ob mir jemand kräftig auf das Ohr gehauen hatte", sagte er später der Zeitung. Er habe sogar den Nagel in der Garage gesucht, aber nicht gefunden. Habe er jemals daran gedacht, dass der Nagel vielleicht in seinem Hirn steckte? "Naja, es schoss mir kurz durch den Kopf - aber anders, als es jetzt klingt."

Eineinhalb Tage später, nachdem der 32-Jährige weitergearbeitet, Schnee geschippt und seine Kinder zur Schule gebracht hatte, war ihm übel und er ging endlich zum Arzt. Der Mediziner zeigte ihm nach dem Röntgen das Bild seines Kopfes mit einem großen Nagel drin. "Ich sagte: Ist das ein Witz? Haben Sie das aus einer Witzakte für Ärzte?"

Es war kein Witz, aber der Arzt Leslie Schaffer konnte den Nagel entfernen, allerdings mit einem Stück Gehirn. "Er wird wieder gesund", sagte der Mediziner. "Vielleicht wird er vergessen, den Müll rauszubringen oder den Hund Gassi zu führen. Aber wer macht das nicht?"

Autullos Verlobte sagte, beide hätten zuletzt oft Pech gehabt. "Aber es sieht ganz so aus, als hätten wir all unser Glück für diesen einen Moment aufgehoben." Der Patient hat seinen Humor nicht verloren. Auf die Frage, warum er nicht früher zum Arzt gegangen sei, antwortete er: "Ich hatte anderes im Kopf. Einen Nagel zum Beispiel."

Quelle: n-tv.de, dpa

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