Panorama

In Ketten gehalten und gefoltertMann hielt Frau als Sklavin

12.07.2012, 16:16 Uhr
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Sie ist seine Ehefrau, doch der Mann aus West Virgina quält sie mit einem Bügeleisen und schlägt sie während der Schwangerschaft. Während einer Einkaufstour gelingt der Frau die Flucht. Daraufhin erstattet sie Anzeige gegen ihren Peiniger. Der 37-Jährige steht jetzt vor Gericht.

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Der Fall übertrifft die normalen Fälle häuslicher Gewalt um das Zehnfache, sagt der stellvertretende Bezirks-Sheriff. (Foto: picture alliance / dpa)

Ein Mann aus dem US-Bundesstaat West Virginia soll seine Frau fast ein Jahrzehnt lang wie eine Sklavin behandelt, sie angekettet, gefoltert und so heftig in den Bauch geschlagen haben, dass sie eine Fehlgeburt erlitt. Der 37-Jährige wurde nun festgenommen und muss sich wegen schwerer Misshandlung verantworten. Das Martyrium der 43-Jährigen endete erst mit ihrer Flucht.

Örtlichen Medienberichten zufolge soll der Mann seine Frau als "Sklavin" bezeichnet haben. Sobald er den Raum betrat, musste sie demnach vor ihm knien. Immer wieder soll er sie gefoltert haben - laut der Strafanzeige schlug er sie regelmäßig, zerschmetterte ihre Füße, verbrannte sie mit heißen Bügeleisen und Bratpfannen an Brust und Rücken und brach ihr mehrere Finger.

Als seine Frau schwanger war, schlug er sie den Medienberichten zufolge so heftig in den Bauch, dass sie eine Fehlgeburt erlitt. Anschließend habe sie den vollentwickelten Embryo auf dem Grundstück ihres Bauernhofs begraben müssen. Ein weiteres Baby habe sie in Ketten und ohne ärztliche Hilfe zur Welt bringen müssen.

"Es ist erstaunlich, was Menschen einander antun können", sagte der stellvertretende Bezirks-Sheriff Tony Boggs aus Jackson County dem Fernsehsender WASZ. Der Fall übertreffe die normalen Fälle häuslicher Gewalt mindestens um das "Zehnfache" - "es handelt sich eher um Sklaverei und Folter."

Der Anwalt des Beschuldigten, Shawn Bayliss, sagte dagegen demselben Sender, die Frau habe die Fehlgeburt bei einem Unfall mit einem Geländefahrzeug erlitten. Trotz der Vorwürfe halte die Ehefrau zu ihrem Mann. Eine Frau, die im Namen der 43-Jährigen Anzeige erstattet habe, sei "schwachsinnig".

Das jahrelange Martyrium der Frau endete am 2. Juli. Während einer Einkaufstour mit ihrem Mann und ihrem einjährigen Kind gelang der Frau die Flucht. Sie versteckte sich laut Strafanzeige zunächst in einem Tanzclub und flüchtete von dort per Anhalter in ein Frauenhaus. Eine der Frauen dort erstattete Anzeige bei der Polizei. Der Ehemann wurde verhaftet, eine Kaution wurde auf 300.000 Dollar (250.000 Euro) festgesetzt.

Quelle: ntv.de, AFP