Zweiter Fall in den USAMicrochips für Kamele sollen Mers bremsen

Das häufig tödliche Mers-Virus ist bereits von zwei Kranken in die USA eingeschleppt worden. Weil Kamele das Virus übertragen können und in Saudi-Arabien immer mehr Menschen sterben, müssen die Tiere in Saudi-Arabien jetzt Chips tragen.
Alle Kamele in Saudi-Arabien sollen jetzt einen Mikrochip bekommen, um eine weitere Ausbreitung des tödlichen Coronavirus Mers zu verhindern. Wie die "Saudi Gazette" berichtet, sollen Informationen über den Züchter und die Herkunft des Tieres gespeichert werden. Der Erreger konnte auch bei Kamelen nachgewiesen werden. Unterdessen ist in den USA ein zweiter Mers-Fall aufgetaucht.
Ein Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) will am Abend die aktuelle Lage und Maßnahmen gegen die Krankheit erörtern. Saudi-Arabien ist weltweit das am stärksten von Mers betroffene Land. Mers steht für "Middle East Respiratory Syndrome", zu Deutsch etwa Mittlerer-Osten-Atemwegssyndrom. Seit 2012 steckten sich dort mehr als 400 Menschen an. Besonders in den vergangenen Wochen sind die Mers-Fälle dort sprunghaft angestiegen. Allein binnen 24 Stunden starben in dem Königreich nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montagabend fünf infizierte Menschen.
Mers kann unter anderem zu Nierenversagen und Lungenentzündung führen. Mehr als 40 Prozent der Patienten sterben, es gibt keinen vorbeugenden Impfstoff. Da auch Kamele mit dem Erreger infiziert sein können, empfehlen die saudischen Behörden Züchtern und Händlern, beim Umgang mit den Tieren Handschuhe und Mundschutz zu tragen.
Die USA meldeten nach einem Mers-Fall in Indiana nun einen Patienten in Florida. Wie die Gesundheitsbehörde mitteilte, hatte der Mann im Gesundheitswesen in Saudi-Arabien gearbeitet. Er sei isoliert worden, ihm gehe es gut. Der Mann hatte sich auf dem Heimflug von Saudi-Arabien nach Florida unwohl gefühlt. Die Behörden suchten in 20 der 50 US-Staaten nach Mitreisenden des Patienten. Er soll in vier Flugzeugen Kontakt mit insgesamt Hunderten Passagieren gehabt haben.