Panorama

Kreuzfahrtschiff evakuiert"Mona Lisa"-Reisende wohlauf

05.05.2008, 13:19 Uhr

Alle Versuche, das 30.000-Tonnen Schiff durch Abpumpen von Ballastwasser und Treibstoff flott zu machen, scheiterten. Daraufhin stimmte der griechische Kapitän der Evakuierung zu.

Die lettische Küstenwache hat das in der Ostsee gestrandete Kreuzfahrtschiff evakuiert. Die überwiegend älteren deutschen Passagiere verließen die "Mona Lisa" über Leitern. Sie wurden auf zwei Schiffe gebracht, die sie zur Hafenstadt Ventspils transportieren sollten. Dort wollte sich der lettische Ministerpräsident Ivars Godmanis persönlich um ihre Weiterreise nach Riga kümmern, wie sein Sprecher Krists Leiskalns mitteilte.

Ein Sprecher der Küstenwache, Ruslans Kulesovs, erklärte, für die 654 Passagiere habe keine unmittelbar Gefahr bestanden, nachdem die "Mona Lisa" am Sonntag in der Irben-Straße auf eine Sandbank gelaufen war. Die Evakuierung sei glatt verlaufen, "und die Passagiere sind wohlauf", sagte Kulesovs. Die Wetterbedingungen seien "nahezu perfekt".

Bergung schwieriger als erwartet

Die auf den Bahamas registrierte "Mona Lisa" war am Sonntag 17 Kilometer von der Küste entfernt auf eine Sandbank gefahren. Versuche, das 30.000-Tonnen Schiff durch Abpumpen von Ballastwasser und Treibstoff flott zu machen, scheiterten. Daraufhin stimmte der griechische Kapitän der Evakuierung zu.

Kulesovs sagte, vier Schlepper stünden bereit, um die "Mona Lisa" von der Sandbank zu ziehen. Er könne nicht sagen, wie lange die Evakuierung dauern werde. Auch die meisten 327 Besatzungsmitglieder und sechs Praktikanten sollten das Schiff verlassen.

984 Menschen an Bord

Bei den 651 Passagieren handelt es sich zum größten Teil um ältere Deutsche. Das 201 Meter lange Schiff war mit 984 Menschen an Bord auf dem Weg von Kiel nach Riga, als es zwischen Lettland und der Ostseeinsel Saaremaa strandete. Nach Angaben der Küstenwache wurde das 1966 gebaute Schiff bei der Havarie nicht beschädigt. Die Ursache des Unfalls werde ermittelt. Schlechtes Wetter scheide als Grund aus.