Panorama

Neue Wendung im Mordfall Peggy Pädophiler soll Missbrauch gestanden haben

Als "Freund der Familie" gilt Holger E. schon 2001 als einer der möglichen Mörder der neunjährigen Peggy. Doch ein anderer wird verurteilt. Inzwischen sitzt Holger E. selbst in Haft und erinnert sich plötzlich, auch Peggy missbraucht zu haben.

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Auch für Peggys Mutter (l.) dürfte die Verurteilung des geistig zurückgebliebenen Ulvi K. (r.) keine Genugtuung und keinen Trost gebracht haben. An der Schuld des Nachbarn blieben immer Zweifel.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Ein verurteilter Kinderschänder hat offenbar ein Geständnis abgelegt, das den immer noch ungeklärten Mordfall Peggy in neuem Licht erscheinen lässt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat der aus Halle stammende Häftling Holger E. gestanden, das damals neunjährige Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Verurteilt ist er wegen Missbrauchs seiner kleinen Tochter, den er einige Jahre später beging. Der Missbrauch an Peggy fand demnach in den Osterferien 2001 statt, wenige Wochen vor dem Verschwinden des Mädchens, das am 7. Mai 2001 nicht mehr nach Hause kam. Bislang wurde dessen Leiche nicht gefunden.

Die Bayreuther Staatsanwaltschaft betrachtet dem Bericht zufolge Holger E. nun als Hauptverdächtigen. Die Behörde war allerdings zunächst nicht zu erreichen. Holger E. war ein Freund der Familie von Peggy und kam öfters zu Besuch. Der heute 29-Jährige war von Beginn an einer der Verdächtigen in dem Fall. Trotz starker Indizien waren die Ermittlungen gegen ihn jedoch im Sande verlaufen. Das lag auch daran, dass die Ermittler meinten, einen anderen Tatverdächtigen überführt zu haben: Der damals 25-jährige geistig behinderte Nachbar Ulvi K. wurde als Mörder von Peggy verurteilt. Grundlage war ein Geständnis, das aber wohl unter zweifelhaften Bedingungen zustande gekommen ist. Schon während des Prozesses hatte es gewichtige Zweifel an K.'s Schuld gegeben, der zudem immer abstritt, Peggy getötet zu haben. Gegen ihn sprach nur der Umstand, dass er kleine Jungen aus seinem Umfeld immer wieder zu sogenannten Doktorspielen überredet hatte.

Von Holger E., der jetzt den Missbrauch an Peggy eingeräumt haben soll, war allerdings auch bekannt, dass er pädophile Neigungen hatte. Von ihm wird berichtet, er sei mit seinen damals 17 Jahren regelrecht in Peggy verschossen gewesen. Laut "Bild" hat er in Vernehmungen Äußerungen gemacht, die eigentlich jeden Ermittler alarmieren müssen. Demnach habe er erzählt: "Sie hat mir auch oft gesagt, dass sie gerne mit mir nach Halle gehen würde und meine Schwester sein will." Kurz nach der Tat trug er offen ein Amulett um den Hals, in dem ein Foto Peggys eingelassen war. In seinem Geständnis nun habe er eingeräumt, dass er mit Peggy "Zärtlichkeiten" ausgetaucht habe.

Auch die Mutter von Peggy hat schon unmittelbar nach dem Verschwinden ihrer Tochter ausgesagt, dass diese sich in den Wochen vor ihrem mutmaßlichen Tod sehr verändert habe. Sogar zum Arzt sei sie mit ihr gegangen. Das Mädchen sei nach den Besuchen von Holger K. in sich gekehrt gewesen, habe viel im Dunkeln gesessen, sich in die Hosen genässt und ihre Unterhosen weggeworfen - alles bekannte Alarmzeichen bei Kindesmissbrauch.

Quelle: n-tv.de

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