In den Jangtse geworfenMüll bedroht Drei-Schluchten-Damm

Mehr als 150 Millionen Menschen leben oberhalb des Drei-Schluchten-Damms am Jangtse. Viele werfen ihre Abfälle einfach in den Fluss. Ein großes Problem für die Sicherheit des Mammut-Bauwerkes.
Riesige Müllmengen im chinesischen Jangtse-Fluss drohen den Drei-Schluchten-Staudamm, die größte Wasserkraftanlage der Welt, zu blockieren. Seit dem Beginn der Regenzeit Anfang Juli habe sich an der Wasseroberfläche vor dem Staudamm auf einer Fläche von mehr als 50.000 Quadratmetern ein 60 Zentimeter dicker Müllteppich entwickelt, berichtete die Zeitung "Hubei Daily". In manchen Gegenden sei der Müllteppich so dicht, dass dort Menschen über das Wasser laufen könnten.
Vor dem Staudamm würden täglich knapp drei Tonnen Abfälle eingesammelt, berichtete die "China Daily". Das Personal und die Ausrüstung für die Arbeiten reiche aber nicht aus, nachdem der Fluss infolge schwerer Regenfälle mehr Wasser und auch mehr Müll mit sich führe. "Die riesige Menge an Müll in der Gegend des Damms könnte das Schleusentor verstopfen", warnte Chen Lei, ein Vertreter des Betreibers des Drei-Schluchten-Staudamms. Vergangenes Jahr waren demnach 160.000 Kubikmeter Müll vor dem Staudamm eingesammelt worden.
Oberhalb des Damms leben mehr als 150 Millionen Menschen. In einigen Orten entlang des Jangtse, Chinas längstem Strom, werfen die Bewohner ihren Müll einfach in den Fluss, weil es keine Deponien gibt. Der umgerechnet 17 Milliarden Euro teure Bau des Drei-Schluchten-Staudamms wurde 2008 abgeschlossen. Chinas Behörden sehen in ihm eine Art Wunder: Mit dem Wasserkraftwerk wird dringend benötigte Elektrizität produziert und der Damm fördert die Schifffahrt auf dem Jangtse und verringert Überschwemmungen. Kritiker halten dem entgegen, dass die Anlage riesige Umweltschäden verursache und die Gefahr von Erdrutschen vergrößert habe.