Philippinen räumen nach starkem Erdbeben aufViele Tote unter Trümmern vermutet

Das schwerste Erdbeben auf den Philippinen seit 1990 kostet vermutlich mehrere hundert Menschen das Leben. 150 Leichen sind geborgen, doch unter den Trümmern werden viele weitere vermutet. Die Bergung ist schwierig.
Nach dem schwersten Erdbeben auf den Philippinen seit 23 Jahren ist die Zahl der Toten auf mindestens 151 gestiegen. Unter den Trümmern werden viele weitere Opfer vermutet. Helfer hatten Probleme, die betroffenen Ortschaften zu erreichen. Der philippinische Katastrophenschutz meldete, dass Erdrutsche und Felsbrocken viele Straßen auf der Insel Bohol, wo das Epizentrum lag, blockieren.
Das Erdbeben der Stärke 7,2 hatte sich am Dienstagmorgen in der Region der Visayas in den Zentralphilippinen ereignet. Im Jahr 1990 waren bei einem Beben der Stärke 7,6 in Luzon im Norden des Landes rund 2500 Menschen gestorben.
Insgesamt wurden dieses Mal nach Angaben der Behörde mindestens 300 Menschen verletzt - auf Bohol rund 640 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila und auf der Nachbarinsel Cebu in 60 Kilometern Entfernung vom Epizentrum. 2,8 Millionen Menschen seien von dem Erdbeben betroffen. 12.600 Menschen verbrachten die Nacht in Notunterkünften, bei Bekannten oder unter freiem Himmel.
Auf Bohol und Cebu sind Straßen, Brücken und Gebäude beschädigt oder teilweise eingestürzt, darunter Einkaufszentren, Krankenhäuser, Behörden, Hotels und Markthallen. Präsident Benigno Aquino besuchte das Gebiet und mahnte Geschäfte und Unternehmer in der Region, trotz Nachschubengpässen die Preise für Lebensmittel nicht in die Höhe zu treiben.
Das Vulkaninstitut registrierte mehr als 800 Nachbeben. Zwölf seien spürbar gewesen. Fast die Hälfte der Provinz Bohol ist noch ohne Strom. Die Reparaturen an Straßen und Brücken wird nach Behördenangaben mindestens einen Monat dauern.