Panorama

Tunnel zum Führerhauptquartier? Nazi-Zug-Entdecker hoffen auf Sensation

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Mit schwerem Gerät machen sich die Hobby-Historiker auf die Suche nach dem Zug.

(Foto: dpa)

Dass in dem versteckten Tunnelsystem in Schlesien tatsächlich ein Schatz versteckt liegt, ist eher unwahrscheinlich. Trotzdem hoffen Hobbyforscher auf einen sensationellen Fund, etwa neue Panzermodelle oder einen Tunnel.

Hobbyhistoriker aus Deutschland und Polen hoffen bei den Grabungen nach einem Zug aus der Nazi-Zeit südwestlich von Breslau auf einen Sensationsfund. "Die Georadardaten zeigen einen Zug mit Panzern", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der privaten Historiker, Christel Focken. Anders als von verschiedenen Medien berichtet, gebe es aber keine Hinweise auf einen "Goldzug".

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Piotr Koper ist einer der Entdecker des mutmaßlichen Zuges.

(Foto: dpa)

Seit kurzem laufen die privat finanzierten Sucharbeiten im polnischen Walbrzych (Waldenburg). "Jetzt müssen wir erst einmal den Tunneleingang finden", sagte Focken. Die von Andreas Richter und Piotr Koper angeführten Schatzsucher dürfen privat graben, weil polnische Experten einen möglichen Schatz anzweifeln. Focken ist überzeugt, "da steht entweder ein Zug mit Panzern drauf oder ein Panzerzug".

Von 16 gebauten Panzerzügen sei der Verbleib von 14 bekannt, sagte Focken. "Vielleicht finden wir einen weiteren." Die Leitfrage sei, warum sich jemand die Mühe gemacht habe, zum Kriegsende eine Stollen oder Tunnel zu graben, um dort einen Zug zu parken. "Irgendetwas muss ja so wichtig gewesen sein", sagte sie. Vorstellbar seien neue Panzermodelle, die dort für eine geplante Rückeroberung der östlichen Gebiete versteckt wurden.

Verbindung zu Führerhauptquartier?

Mehr noch als auf den Zug hoffen die Hobbyhistoriker, dass es sich bei dem mutmaßlichen Tunnel um eine Verbindung zum sogenannten Führerhauptquartier Riese handelt. Focken sagte, es gebe Hinweise auf einen deutlich größeren Komplex als den bisher bekannten Teil der Bunkeranlage. "Wenn der Tunnel dahin führt, könnte das noch eine richtige Sensation hier werden", sagte sie.

Unter dem nahegelegenen Schloss Fürstenstein (polnisch Ksiaz) hatten die Nazis von Kriegsgefangenen riesige unterirdische Tunnelanlagen bauen lassen. In dem Gebiet sollte ein Hauptquartier von Adolf Hitler entstehen. Weitere unterirdische Stollen in der Gegend wurden zur Herstellung von Waffen genutzt. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs kommen immer wieder Spekulationen über sagenhafte Nazi-Schätze und geheime Verstecke von Raubkunst auf, die sich aber fast immer als falsch herausstellen.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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