Panorama

Rausziehen oder Schleusen öffnen Der Belugawal in der Seine hat nur zwei Optionen

80214a1834b8284594a0ca7dc2142f53.jpg

Eigentlich in arktischen Gewässern zu Hause: der Belugawal.

(Foto: dpa)

Im Kampf um das Leben des Belugawals in der Seine läuft so langsam die Zeit ab. Der in einer Schleuse gefangene Wal sei zwar munter, fresse aber nicht, stellen Meeresforscher fest. Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, um den Beluga noch zu retten.

Ein vor Tagen in der Seine entdeckter Belugawal befindet sich in einem stabilen Zustand. "Er ist munter, frisst aber weiterhin nichts", sagte die Präsidentin der Umweltorganisation Sea Shepherd, Lamya Essemlali. Der Zustand des Tieres habe sich nicht verschlechtert. Dennoch schwindet bei Fachleuten die Hoffnung, dass der stark abgemagerte Wal noch gerettet werden kann. Die Einsatzkräfte überlegen, das Tier aus der Seine zu ziehen, da ihm das dort stehende warme Wasser schadet. Normalerweise lebt die Art in arktischen Gewässern vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas.

Eine Alternative ist nach Angaben der Behörden, die Schleuse, in der der Wal derzeit steckt, zu öffnen, damit er in Richtung Ärmelkanal schwimmen kann. Allerdings gebe es das Risiko, dass das Tier weiter flussaufwärts Richtung Paris schwimmt.

Der Belugawal war am vergangenen Dienstag erstmals in der Seine gesichtet worden und hatte am Freitag die rund 70 Kilometer von Paris entfernte Schleuse erreicht. In den vergangenen Tagen gab es mehrere Versuche, das abgemagerte Tier zu füttern, sie blieben aber erfolglos. Sein Appetitmangel könnte nach Einschätzung von Essemlali Anzeichen für eine Krankheit sein.

Nach Angaben des französischen Pelagis-Observatoriums befindet sich die nächstgelegene Beluga-Population vor der Inselgruppe Spitzbergen nördlich von Norwegen und damit rund 3000 Kilometer von der Seine entfernt. Es ist Experten zufolge erst das zweite Mal, dass sich ein Belugawal nach Frankreich verirrt hat. Beim ersten Mal hatte ein Fischer im Jahr 1948 in der Loire-Mündung einen Wal in seinem Netze entdeckt.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen