Panorama

Das ist kein ScherzObama ruft an

05.12.2008, 09:28 Uhr

Eingedenk der Tatsache, dass ein Sarkozy-Imitator Sarah Palin im Wahlkampf veräppelt hatte, legte die republikanische Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen aus Florida den Hörer wieder auf, als "irgendein" Barack Obama anrief.

Eigentlich wollte der künftige US-Präsident Barack Obama der republikanischen Kongress-Abgeordneten Ileana Ros-Lehtinen zur Wiederwahl gratulieren - doch er kam nicht zu Wort. Gleich zwei Mal legte die resolute 56-Jährige aus Florida den Hörer auf, als sich ein gewisser Barack Obama bei ihr meldete.

Sie hatte an einen Scherz geglaubt, sagte sie zerknirscht dem örtlichen Fernsehsender WPLG. "Ich habe dem mächtigsten Mann der Welt den Hörer aufgelegt - und das gleich zwei Mal." Sie habe aber jedes Mal gedacht, dass es sich um Scherz-Anrufe einer Radiosendung handele. Davon gebe es im Süden Floridas besonders viele, entschuldigte sich Ros-Lehtinen. "Das war ganz schön peinlich, autsch. Tut mir echt leid."

Während des US-Wahlkampfs hatte der Komiker eines Senders die Republikanerin Sarah Palin angerufen und sich als französischer Präsident Nicolas Sarkozy ausgegeben. Palin hatte den Schwindel nicht durchschaut. Eingedenk dessen lobte Ros-Lehtinen beim ersten Telefonat des künftigen US-Präsidenten sicherheitshalber das schauspielerische Talent des Anrufers.

Beim zweiten Anruf schließlich ließ die Politikerin Obamas Stabschef Rahm Emanuel abblitzen, weil sie auch diesen Anruf nicht für bare Münze nahm. Obamas Team bat schließlich einen mit ihr befreundeten Parlamentarier um Klarstellung, dass der künftige Präsident ihr nur zur Wiederwahl gratulieren wollte. Erst der Anruf des befreundeten Abgeordneten ermöglichte das Gespräch mit Obama – und sorgte bei Ros-Lehtinen für einen roten Kopf.

Ros-Lehtinen zufolge nahm Obama ihr die Sache überhaupt nicht übel. Im Gegenteil: Er habe während des Gesprächs viel gelacht und Verständnis für ihre Skepsis geäußert.