Panorama

Mississippi-KatastropheOptimismus in St. Louis

21.06.2008, 16:01 Uhr

Die Fluten des Mississippi scheinen zumindest die Großstadt St. Louis zu verschonen. Experten äußern sich optimistisch, dass die bis zuletzt verstärkten Dämme der Stadt im Bundesstaat Missouri halten werden.

Nach den verheerenden Überschwemmungen in weiten Landstrichen der US-Bundesstaaten Iowa und Illinois scheinen die Fluten des Mississippi zumindest die Großstadt St. Louis zu verschonen. Am Samstag äußerten sich Experten optimistisch, dass die bis zuletzt verstärkten Dämme der Stadt im Bundesstaat Missouri halten werden.

"Wir haben volles Vertrauen, dass die Dämme in St. Louis widerstehen werden", zitierte die "Washington Post" die Armee-Dammbauexpertin Suzanne Fournier. Vor allem die gebrochenen Deiche in den nördlicher gelegenen Staaten Iowa und Illinois hätten den Wasserdruck deutlich reduziert. "Langsam, aber sicher" scheine sich in den meisten Orten entlang des Mississippi die Lage zu entspannen. Die Meteorologen erwarten für die kommenden Tage entlang des größten Flusses Nordamerikas Gewitter, aber keine langanhaltenden Regenfälle mehr wie in den vergangenen Wochen.

Tausende von Freiwilligen und Nationalgardisten versuchten aber auch am Samstag, Dämme entlang des Mississippi mit Sandsäcken zu stabilisieren. Die nach Süden rollende Flutwelle sollte Samstag St. Louis erreichen, wo der Fluss Missouri in den Mississippi fließt. Insgesamt wohnen im Großraum der Stadt rund eine Million Menschen.

Am Freitag waren bereits nördlich von St. Louis rund ein Dutzend Dämme gebrochen. Im Landkreis Lincoln wurden nach Angaben des TV-Senders CNN über 300 Häuser überschwemmt. Der Gouverneur von Missouri, Matt Blunt, besuchte den Landkreis und versprach den obdachlos gewordenen Menschen rasche Hilfe. Der Gouverneur von Illinois forderte laut "Washington Post" Präsident George W. Bush auf, die versprochene Katastrophenhilfe zu beschleunigen. Bush hatte die Flutregion am Donnerstag besucht und versichert, dass auch Betroffene in kleineren Orten nicht vergessen würden.

Mais- und Sojaernte geht verloren

Das Landwirtschaftsministerium in Washington schätzt nach Angaben des Senders CNN den Schaden allein in Iowa auf rund drei Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro). So zogen die Fluten und andere Wetterextreme bislang mehr als 16.000 Quadratkilometer Farmland in Mitleidenschaft. Bis zu zehn Prozent der Mais- und Sojaernte drohen verloren zu gehen. Als Folge erwarten Experten auch steigende Lebensmittelpreise.

Schiffsstau am Oberlauf

Das Hochwasser des Mississippi hält CNN zufolge mehr als 100 Frachtkähne beladen mit Korn, Sojabohnen, Zement oder Altmetall am Oberlauf des Flusses von der Weiterfahrt ab. Insgesamt mussten 13 Schleusen zwischen Illinois City und Winfield nordöstlich von St. Louis geschlossen werden.